Liebe Schreibende,
wie versprochen berichte ich heute von einem weiteren unfassbar spannenden Text, der mir in diesem Sommer neue Denkwelten eröffnet hat. Eine gute Freundin aus Kalifornien war bei mir zu Besuch und hat erzählt, dass sie im letzten Jahr gemeinsam mit anderen Unilehrenden ihres Colleges einen Report und Guidelines zur ethischen Nutzung von generativer AI an Unis verfasst hat. Sie haben Recommendations für dieses kleine College ausgearbeitet, die viel radikaler sind als die üblichen „AI Guidelines“ von Unis! Diese Forschungsgruppe hat intensiv recherchiert, welche neuen wissenschaftlichen Studien es zu Konsequenzen und Schäden bei der Nutzung generativer AI gibt und wollen eine neue Diskussion entfachen. Eines ist klar, es braucht radikale Antworten. Und wir haben sie.
Ich habe dieses großartige, inspirierende 26-seitige Paper gelesen und dann Evi Hammani-Freisleben (Leitung unserer Schreibtrainer:innen-Ausbildung) geschickt. Wir trafen uns zu einem Zoom-Gespräch, das wir aufgenommen und transkribiert haben.
Judith: Liebe Evi, wir hatten gerade beide eine aufregende Lektüre: den “Report, Guidelines, and Recommendations of Pitzer College´s Ethical Use of Generative AI faculty working group”*Die Unis fordern zumeist ja bloß ein, dass die Studierenden kennzeichnen müssen, wo sie KI verwendet haben. Das kommt aber einer Kapitulation der Lehrenden vor der Technik gleich! Im Anhang des Papers findet sich eine Studie einer anderen Forschungsgruppe: „AI, algorithmic and automation harms taxonomy“. Also: welchen Schaden richten AI und auch Algorithmen und Automation an? Da geht es nicht nur um Generative AI, also um Text- oder Bildgenerierung, sondern um AI im viel breiteren Sinn. Eine 11-seitige Tabelle an Schäden!
Evi: Ich habe schon längere Zeit nach genau so etwas in der KI-Debatte gelechzt. Es gibt zwar mittlerweile in der akademischen Sphäre Statements, in denen es nicht nur um die Integration, Anwendung und rechtliche Beschränkung im Sinne der wissenschaftlichen Integrität geht. Lehrende machen sich Gedanken dazu, was KI mit unserer Lehre macht. Ich habe von „AI-Refusal“, also Widerständigkeitsformationen im akademischen Bereich, gehört. Aber dieses systematische Aufrollen der Problematik, mit einem Begründungsdiskurs ist neu. Bei der Lektüre habe ich immer genickt: So vieles von dem, was ich in meinem gefühlten problematischen Verhältnis zu diesen Large-Language-Models versucht habe, intuitiv in Worte zu fassen, habe ich in diesem Paper ausgefaltet, argumentiert und belegt gefunden. Abgesehen von der rechtlichen Problematik, wer ist die Autor*in eines Textes, habe ich zwei Dinge schon immer problematisch gefunden. Das Erste: Was macht das mit der Schreibentwicklung von Menschen, die Schreiben lernen sollen? Und das Zweite war immer diese unglaubliche Ressourcenverschwendung, die mit KI einhergeht. In dieser „Taxonomy of harms“ ist das nur einer von vielen Schäden. Jetzt liegt das so umfassend am Tisch und wird viele Diskussionen nach sich ziehen. Insofern freue ich mich drauf, was wir jetzt zur Debatte beitragen können mit der Weiterverbreitung solcher Gedanken in unserer Community von Leuten, die Schreibprozesse im Auge haben.
Judith: Mich hat der Begriff „harms“ so berührt. Welchen Schaden richtet KI an? Der Schaden ist enorm. Wir können nicht einfach die „Patschen strecken“ und sagen, das ist jetzt die technologische Entwicklung, fertig. Es sind Angriffe auf Autonomie, Grundrechte, Freiheiten, Gesellschaft, Umwelt, physische und psychische Gesundheit und die menschliche Uridentität.
Was heißt generative AI für das Schreibenlernen, für das Denkenlernen, für die Textproduktion, auch für die Textlektüre? Welche Texte kriege ich in Zukunft zu lesen? Als ChatGPT rauskam, habe ich spontan einen Blogbeitrag geschrieben, obwohl ich noch kaum Ahnung hatte, was das ist, aber mein Sohn hat das schon verwendet. Ich habe geschrieben: „Ich liebe ChatGPT“, weil es einfach klar machen wird, dass die Schreibdidaktik, die bei uns immer noch in Schulen vorherrschend ist, komplett passé ist. Wenn wir von Schüler:innen Texte wollen, die wie von Maschinen sind, dann werden sie die Maschine verwenden. Blöd wären sie, wenn sie KI nicht nutzen würden. Jetzt ist endlich die Tür offen für die prozessorientierte Schreibdidaktik. Das war für mich ein „kick in the ass“, auch mich in diese Richtung persönlich mehr zu entwickeln: Was passiert in der Schule und wie kann in die Schule prozessorientiertes Schreiben stärker reinkommen? Und jetzt, wo ich wieder an Schulen und Universitäten bin, erlebe ich die wahnsinnige Verunsicherung: Was darf man verwenden, wie gehen wir jetzt damit in der Lehre um?
Und nun dieses radikale Paper, das mir meine amerikanische Freundin geschickt hat, so eine genaue und scharfe Denkerin – es ist sehr dicht und komplex, sozusagen ein Fest des Denkens, Recherchierens, Verantwortung Übernehmens, Perspektiven Aufzeigens und die unterschiedlichsten Aspekte und Problemlagen Diskutierens. Inhaltlich war für mich am wichtigsten:
- „Writing is thinking“ (MacArthur 2025), Schreiben ist Denken. Es wird die Frage gestellt: Ist Schreiben mit KI, mit generative AI, überhaupt Schreiben? Eher nicht!
- Das wahnsinnig coole Zitat: „to be a human self, a human agent is to be a linguistic animal“ (Megan Fritts 2025). Wir sind sprechende, denkende Tiere, und wenn wir das abgeben, dann geben wir alles auf, was wir sind.
- beschreibt das Paper genau: Die einzige Antwort kann nun sein, ganz stark in prozessorientierte Schreibdidaktik hineinzugehen! Schreiben als etwas zu lernen, das eine tolle, aber auch mühsame Arbeit ist, bei der Denken gelernt wird, das kritische Denken. Darauf können wir nicht verzichten, und schon gar nicht in der Welt, in der wir jetzt sind! Wir brauchen so dringend Menschen, die kritisch denken können. Es geht eigentlich nicht nur ums Schreiben, und es geht auch nicht darum, dass irgendwelche Seminararbeiten geschrieben werden, sondern es geht um die Rettung des kritischen Denkens!
Evi: Für mich war auch „critical thinking“ das Eindringlichste aus dieser Lektüre, und die menschliche „agency“, die damit verbunden ist. Die Konsequenz aus diesem Paper ist: Wir dürfen das Denken nicht durch KI ersetzen lassen. Dort, wo KI als Hilfstool sinnvoll ist, von mir aus, aber nicht direkt dort, wo der Denkprozess stattfindet! Das hat nichts mit Ablehnung von technologischen Entwicklungen zu tun. Dies ist eine wichtige Gelegenheit, um über die Schreiblehre und die Prinzipien der Schreiblehre überhaupt nachzudenken. Jetzt brauchen wir unsere Kompetenz, Schreibprozesse zu lehren und zu begleiten besonders! Wie wir sie seit vielen Jahren unseren Schreibtrainer:innen im TIP beibringen. Ein wichtiger Punkt in diesem Paper: „Friction“, also Brüche, sind so wichtig in Schreib-und Denkprozessen!
Judith: Ja, die „speedbumps“ beim Schreiben und Denken!
Evi: Ja, so wie diese Bodenschwellen auf der Straße dich zwingen, die Geschwindigkeit zu drosseln, sind Momente der Konfusion und des Steckenbleibens elementar für Denkprozesse. Das ist eben das spezifische Menschliche, hier entsteht durch kreatives Schaffen neues Wissen.
Judith: Auch, wenn diese Momente der Verunsicherung und Verwirrung manchmal schwer auszuhalten sind – sie sind, wie es im Paper heißt, „beautiful and honorable states“, schöne, ehrenvolle Zustände.
Evi: Wir müssen den Studierenden wieder die Lust am Denken vermitteln.
„Critical AI Literacy“ hat überhaupt nichts Defensives, sondern es ist eine Gelegenheit, zu erkennen, wie wichtig der sprachliche Selbst- und Weltbezug des Menschen ist. Darum bin ich auch so dankbar, dass dieses Paper und diese „Taxonomy of Harms“ nicht auf Fragestellungen des Schreibprozesses im engeren Sinn beschränkt sind. Es wird ausgeführt, welche ethischen und auch demokratiepolitischen Implikationen KI-Nutzung hat. Individuen verlieren über die Schmälerung ihrer Kompetenz, sich sprachlich auf die Welt zu beziehen, ganz klar Agency und die Möglichkeit im demokratischen Prozess der Gestaltung unserer Welt teilzuhaben, weil sie Verantwortung abgeben.
Das geht weit übers Schreibenlehren hinaus. Dabei wird klar, wie wertvoll es ist, dem prozessorientierten Schreibenlernen Raum zu geben! Und wie viel das mit der menschlichen Daseinsweise zu tun hat, damit, wie wir das Miteinander und die Welt gestalten.
Judith: Einen „critical AI use“ würden ja viele für sich beanspruchen, aber dieses Paper geht über das Übliche hinaus: Es wird auch von „AI-resistant approach“ gesprochen. Studien mit Studierenden zeigen: Die allermeisten verwenden AI als Ghostwriter oder um einen Überblick über ein Feld zu gewinnen, der dann selten in Frage gestellt wird. Nur ein Sechzehntel der Studierenden überprüft so einen schnellen Überblick, den AI liefert.
Jeder weiß mittlerweile, dass AI sehr fehlerhaft ist. Aber es ist insgesamt derartig oberflächlich und in die falsche Richtung gehend. Ich habe vor Kurzem einen wissenschaftlichen Artikel gelesen, in dem ein österreichischer Pädagogikprofessor zuerst seine Fragestellung mit KI beantwortet. Was da rauskommt, klingt total nett und ist gleichzeitig sowas von daneben. Es ist ein Blabla, das überhaupt nicht in die Tiefe geht und ohne Tiefe, zeigt er dann, kann man die Fragen, nicht beantworten. Und dann führt er in seinem Artikel aus, wie komplex und auch voller unauflösbarer Spannungen eine wissenschaftliche Beantwortung ist. Aber die allermeisten Studierenden, die mit KI arbeiten, bleiben auf der oberflächlichen Ebene der KI-Antwort. Dabei geht jede wissenschaftliche Tiefe verloren, mit Ghostwriting geht alles verloren.
Und insofern ist klar, wir müssen zumindest in frühen Schreibseminaren an der Universität in den ersten Semestern und in der Schule, ein Schreiben ohne AI ermöglichen. Weil es gibt kein eigenes freies Schreiben und Denken neben einem AI genierten Text. Wie soll ich da überhaupt noch einen eigenen Satz versuchen im Verhältnis zu diesen aalglatten, scheinbar so perfekten KI-Ergebnissen? Da habe ich keine Chance.
Im Buch „Frei geschrieben“ sage ich: eigenes Schreiben wird extrem schwer, wenn ich neben mir das offene wissenschaftlichen Buch liegen habe und da reinschiele. Da kann ich nur plagiieren oder bin zumindest so im perfekten Text der Autor:in verfangen, dass mein eigenes Denken und Formulieren immer zu schwach ist (Es braucht also Brückentexte, Clsuterin, SQR etc). Doch das ist noch viel extremer, wenn ich mit einem generative AI Text weiterarbeiten will. Was dieses Paper auch gut auf den Punkt bringt: Was KI produziert ist einfach so „convenient“, so gestyled und perfekt und gibt vor, so autoritativ zu sein, dass ich mich daneben nur mehr als dummes Würstchen fühle. Das würde dir und mir so gehen, aber wenn ich Erstsemesterstudentin bin oder Schülerin, noch viel mehr. Was soll ich da überhaupt noch einen eigenen Satz versuchen im Verhältnis zu dieser aalglatten, scheinbar so perfekten KI-Ergebnissen? Da habe ich keine Chance.
Evi: Generative AI ist eine Phrasenmaschine, die zu Unrecht anthropomorphisiert wird. Es ist einfach nur eine Maschine, die rechnet.
Judith: Ein Wahrscheinlichkeitsrechner ist es.
Evi: Es ist wichtig, aufzuhören, AI als Gesprächspartner zu mystifizieren! Außerdem: es wird alles ein Einheitsbrei. Generative AI sabotiert, dass Erkenntnissubjekte, wenn ich jetzt im akademischen Bereich bleibe, Zutrauen zu ihrer eigenen Text- und Denkstimme entwickeln können. Aber es ist auch ein ethisches Problem: Ich war sehr dankbar in diesem Paper zu lesen, dass die Diversität des menschlichen Ausdrucks eingefaltet wird. Unterschiedliche Individuen haben unterschiedliche Zugänge zur Welt. Wir waren jetzt im wissenschaftlichen Bereich schon auf so einem schönen Weg methodologisch mehr zu ermöglichen, mit artistic research methods u.ä. Und das ist wirklich die Gefahr: Unterschiedliche Wege der Erkenntnis und des sprachlichen Ausdrucks gehen verschütt!
Judith: Im Paper wird von kultureller Homogenisierung und Stereotypisierung gesprochen. Wir bekommen einen Einheitsbrei von bestimmten mächtigen Positionen. Der oft auch sexistisch und rassistisch etc ist. Es geht um den Verlust der Kreativität und des kritischen Denkens., und zwar im Prozess, aber auch im Ergebnis. Das ist wirklich..
Evi: Kapitulation.
Judith: Totale Kapitulation.
Evi: Aber ich sehe das als die Gelegenheit, klarzumachen, wie wichtig Schreiben für das menschliche Sein ist und wieviel Potenzial da drinnen steckt. Insofern ist dieses Abarbeiten an dem, was KI macht und wie sie wirkt, ganz wichtig. Lehrende und alle, die mit Schreiben zu tun haben, sind aufgerufen, diesen Mut zu entwickeln, in den Widerstand und in das Critical Thinking zu gehen. Das finde ich auch so wichtig an dem Paper: Critical AI Literacy heißt nicht nur im Schreibprozess zu wissen, wann setze ich wie KI-Tools ein und wann lieber nicht, sondern Critical AI Literacy heißt in diesen Diskurs einzutreten, warum überhaupt KI im Schreibprozess und ob und was da verloren gehen kann. Dieser Meta-Diskurs ist nichts für eine Minderheit von Wissenschaftsphilosoph*innen. Alle, die mit diesen Tools arbeiten und die das in ihrer Lehre entweder forcieren oder zulassen oder irgendwie einen defensiven Umgang damit pflegen, damit sie irgendwie da durchkommen, haben den Auftrag, sich mit der Fragestellung dieses Papers zu befassen.
Judith: Im Paper wird auch die vollkommene Offenlegung verlangt. Lehrende sollen, wenn sie AI benutzen, das genauso deklarieren müssen wie Studierende. Außerdem wird dringend davon abgeraten, Texte von Studierenden in AI einzufüttern, um sie damit zu beurteilen oder zu feedbacken. Das geht nicht! Wir wollen auch nicht die Daten der Studierenden in dieses System einfüttern. Das ist wirklich Widerstand, zu sagen: Wir wollen, müssen und können unserem menschlichen Feedback vertrauen.
Eine Bekannte hat erzählt, dass sie eine Arbeit an einer FH abgegeben hat und die Rückmeldung der Lehrenden ganz klar AI generiert war. Sie war so sauer. Sie hatte wochenlang an dieser Arbeit geschrieben und dann kommt irgendein Maschinentext als Antwort, der noch dazu Blödsinn ist.
In einem Artikel im New Yorker, “What Happens After A.I. Destroys College Writing?” von Hua Hsu wird ein amerikanischer Professor zitiert, der zu seinen Studierenden sagt: „Wenn ihr mir Arbeiten abgebt, die von AI geschrieben sind, und das merkt man ja sofort, dann kriegt ihr eine AI-Evaluierung, ein AI-Feedback. Und ich gehe schwimmen. Wieso sollte ich das feedbacken?“ Und natürlich in Amerika gibt es die großartige Feedback-Kultur. Er sagte, „Wenn wir so arbeiten, können wir eigentlich ganz aufhören mit Uni. Da gehen wir alle einfach schwimmen.“
Apropos amerikanische Schreibdidaktik: Dieses Paper ist unglaublich inspirierend, und nicht einfach ein Jammertal. Mein Herz ist beim Lesen aufgegangen. Lassen wir uns mal diesen Absatz auf der Zunge zergehen: „Current writing pedagogies have been deeply informed by the idea that writing is thinking for close to fifty years, when college classrooms moved away from product-oriented ‘learn to write’ approaches to more process-oriented modes that invited students to ‘write to learn’ – using low-stakes, in-class writing as a tool for discovering, shaping and integrating ideas.”
Halleluja: Seit 50 Jahren wird das in den USA so gemacht. Seit über 20 Jahren machen wir das im writers‘ studio und in unserer TIP-Schreibtrainer*innen-Ausbildung so. Jetzt ist die Zeit reif für alle: Wie kann ich mit prozessorientierter Schreibdidaktik in der universitären Lehre und sonst wo arbeiten? Wir lernen nicht schnell, einen Text zu schreiben, damit er einem Perfektionsanspruch entspricht, sondern wir schreiben, um zu lernen. Anfangs mit niedrigem Anspruch, gemeinsam im Raum. Schreiben ist ein Tool, um die Welt zu entdecken und zu formen und Ideen langsam zu entwickeln.
Was da steht über das Schreibprogramm dieses Colleges: „Grapple with ambiguity and Complexity“. Also Lesen lernen, Schreiben lernen, unabhängig Denken lernen, Risk-Taking. Phantastisch! Nochmal – Ziel ist nicht die perfekte Seminararbeit, Schreibenlernen ist das Tool, um sich als Mensch, als Denkende, intellektuelle und kritische Person zu entwickeln. Dieses Paper ist wie ein Fest für die prozessorientierte Schreibdidaktik.
Evi: Large Language Models treffen im Kern den schulischen und universitären Auftrag. Bestimmte politische und kapitalistische Mächte forcieren LLMs, weil das ein Tool für die Verdummung der Menschheit ist. Critical AI Literacy ist etwas, das Menschen nachhaltig in die Lage versetzen wird, ihre Welt noch selbst zu gestalten und darüber zu entscheiden, wie wir leben wollen.
Was mich als diejenige, die den TIP-Lehrgang leiten darf, besonders freut, ist, in diesem Paper in jedem zweiten Absatz wiederzuerkennen: das ist das, was wir schon seit Langem den Schreibtrainer:innen beibringen. Wer diese Critical AI Literacy lernen will, kann ins TIP kommen.
Judith: Wir brauchen jetzt nicht weniger Schreiblehrer*innen, wir brauchen jetzt viel mehr! Es wird bald viel mehr Nachfrage kommen. Was kann ich denn als Lehrende anderes tun außer zu sagen, du musst bitte deinen AI-Use anführen? Wir müssen Schutzräume entwickeln. Das kommt ja auch in dem Paper ganz stark vor. Wen müssen wir alles schützen? Wir müssen auch die Studierenden schützen, wir müssen unsere Daten schützen, und wir müssen Lernprozesse schützen. Und das erfordert ziemlich radikale Maßnahmen.
Evi: KI-Detox! Das heißt, Menschen Methoden an die Hand zu geben, wie sie ihre Schreibprozesse schützen und gestalten können, sodass das Menschliche und die Kreativität nicht verloren gehen.
Judith: Es ist die Aufgabe der Universitäten und der Schulen, das zu bieten! Schulen und Universitäten müssen jetzt KI-freie Räume eröffnen, in denen wir lernen als Menschheit zu überleben. Denn, wer steht denn hinter diesen KI-Modellen, welche politischen Interessen, welche Geldgeber, welche kapitalistischen Weltmächte? Wir brauchen kritisches Denken, um in dieser sehr problematischen Welt neue Strategien zu entwickeln. „Du machst halt ein bisschen KI und du musst es irgendwie anführen, ob du es benutzt hast“ ist zu wenig! Wir brauchen eine Radikalität und ich glaube, die wird sich langfristig durchsetzen.
Bei intellektuellen Prozessen ist das eben nicht so, dass man ein Problem sieht und drei Minuten später die Lösung hat. Es braucht Zeit. Und ich freue mich, dass wir als writers´ studio mutig als Pionierinnen voranschreiten mit einem super Backup Material von der US-amerikanischen, linken, kritischen, akademischen Seite. Was die wieder einmal liefern, ist an Brillanz und detaillierter Genauigkeit kaum zu überbieten!
Evi: Ich rufe alle auf, dieses revolutionäre Paper zu lesen und den Mut zu entwickeln zu überlegen, wo könnte ich das umsetzen, wo könnte ich das kommunizieren, was macht das mit mir und bitte, bitte, weiterschicken*.
Judith: Noch ein umwerfend tolles Zitat: “We should value risk-taking, friction, and creative process over product-oriented perfection and compliance. Students should have space to take intellectual risks and to forge a distinct perspective and voice through thinking and writing processes that are iterative, social and messy. Sitting with difficulty or momentary failure are aspects of meaningful deep learning.”
Evi: Ja, großartig! – kann ich sofort unterschreiben.
Judith: Dafür stehen das writers‘ studio und der TIP-Lehrgang. Und wir brauchen noch viel mehr Leute, die das tun werden.
Evi: Wer das mit uns tun will, bitte kommen, im Oktober geht es wieder los. Zoom-Infoabende zum nächsten TIP-Lehrgang gibt es am 19. August und am 16. September!
Liebe Grüße an alle von Judith (Aktivistin der KI-Detox-Revolution)
*Wenn du das Paper geschickt bekommen magst, schreib uns an newsletter@writersstudio.at
PS: Save the Date: am So, 20. Sep. 2026 veranstalten wir am Vormittag wieder ein Zoom-Open House – kostenlose Kurzworkshops & Sunday-Morning-Write-In für alle! Sei dabei! Du kannst dich bereits hier voranmelden. Die Zoom-Links schicken wir dir ein paar Tage vor dem Event zu.
Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.
Aktuell im writers’studio Verein
1. Workshops & Retreats
- Für Jugendliche: Young Freewriters Sommerkurs. Start: 24. Aug
- Life Writing – Schreibend erinnern. Start: 27. Aug
- Short Story – Einführung in das literarische Kunsthandwerk. Start: 23. Sep
- Lust und Schmerz – Gefühle von Figuren beschreiben. Start: 26. Sep
- Writing Retreat in Venedig im Herbst 2026, Start: 5. Nov
- NEU: Memoir Book-Follow Up: für Absolvent:innen des Memoir Book-Lehrgangs. Start: 21. Nov
2. Lehrgänge
- Memoir Book 2026/27 – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln.
- Passion Writing 2026/27– in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen
- Vorschau: NEUER LEHRGANG mit Anna Ladurner und Irmgard Kramer ab 2026/27: lass dich überraschen! Im Schreibjahr 2027 wartet ein neuer Lehrgang auf dich :-) Infos online ab September.
3. Kostenlose Zoom-Infotermine
- Infoabende zum Lehrgang Memoir Book: Mo, 21. Sep und Do 29. Okt
- Infoabende zum Lehrgang Passion Writing: Di, 22. Sep und Mi, 21. Okt
4. Schreibtreffs
- Salon Margareten: Jeden 2. Samstag des Monats im Gretl in 1050 Wien.(Kostenfrei)
Sa, 12. Sep: Memoir Books in Progress – Bücher, die Berge versetzen &
Sa, 10. Okt: Visual Journaling Challenge - Sunday Morning Write-Ins – ab September: Schreibtreff jeden 3. Sonntag im Monat, nächster Termin: So, 20. Sep
Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Achtung: für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich!
1. Workshops
- Writers‘ Tricks – In den Schreibfluss eintauchen & schriftlichen Ausdruck stärken (Inky&theBrain). Start: 2. Sep / 25. Sep / 3. Nov
- Gezielt schreiben mit KI- für Fortgeschrittene (Inky&TheBrain). Start: 15. Sep
- Writers‘ Tricks – In den Schreibfluss eintauchen & schriftlichen Ausdruck stärken. (Inky&theBrain). Start: 25. Sep
- Storytelling meets Wissenschaft (Inky&TheBrain). Start: 14. Oktober
- NEU: Visual Journaling Challenge. Start: 4. Nov
- ENDLICH WIEDER: Feminist Writers Tricks. Start 20. Nov
- Magic Mindwriting zum Jahreswechsel. Start: 2. Jan
- Neuer Workshop mit Ba Ossege: Wild Ink: Frauen schreiben Frauen jenseits von Klischees (Inky&TheBrain). Start: 25. Feb 27
2. Lehrgänge & Seminar-Reihen
- Schreibtrainer:in werden (TIP) – Schreibkompetenz und Empowerment. Start: 17. Okt
- Inky & the Brain – Ideenfindung & Schreibkompetenz Zoom Workshop-Reihe für Denker:innen, Expert:innen und Aktivist:innen
- Schlaue Bücher spannend schreiben! Von der Idee zum publizierten Ratgeber / Know-how-Buch / Lieblingsbuch deiner Zielleser:innen
3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts
- Infoabend zum Lehrgang Schreibtrainer:in werden (TIP): 19. Aug und 16. Sep
- Infoabend zum Lehrgang Schlaue Bücher spannend schreiben: 16. Jan und 27. Feb 2027