Dear writers in Zeiten von Corona,
ich finde es mitunter zynisch, wenn von dieser Krise als Chance gesprochen wird. Das ist eine sehr privilegierte Perspektive. Ich mach mir Sorgen um die psychische Situation in Familien; ich weiß, dass Existenzängste viele um ihren Schlaf bringen; ich muss mitansehen, wie miserabel Corona in vielen anderen Ländern gemanagt wird. (Ach, Amerika!). Aber.
Ja, doch ein aber. Viele haben sich mit Videokonferenzen vertraut gemacht, viele haben zu garteln begonnen und vielleicht auch mehr geschrieben. Ich habe noch nie so viel Yoga gemacht und die Trainer*innen und Teilnehmer*innen unserer Web-Workshops sind geradezu euphorisch.
Auch mich berühren diese „geheimen“ Zusammenkünfte im Web, jede in ihrem „room of one´s own“, dieser sehr offenherzige, dringliche Austausch mit anderen Schreibenden. Für das NoFiFee-Webworkshop haben wir die Texte der anderen, die wir uns vor dem NonFiction-Feedback-Treffen geschickt hatten, jede ausgedruckt. Später haben wir sie uns mit den Unterstreichungen der starken Stellen, den Rufzeichen und Herzen und einem handschriftlichen Kommentar per Post zugeschickt. Ach, wie schön. Daniela hat mir diese Karte beigelegt: Smart women crave good company. Ach wie wahr. Ich, glaube, dass auch gscheite Männer sich nach guter Gesellschaft sehnen.
Die Einstiegs-Schreibübung beim NoFiFee letzte Woche lautete: „Wenn das alles vorbei ist, freue ich am meisten auf …“. (Gerne nachmachen!) Die Shiatsu- Praktikerin Alexandra sagte danach, ich habe richtig Entzugserscheinungen, ich kann es kaum erwarten, Menschen wieder zu berühren. In meinem Beruf, aber auch Freund*innen, Familienmitglieder, euch Schreibkolleg*innen. Ach. Gundi sagte, ich hab mir eine lange Liste gemacht, wen ich aller umarmen möchte und werde. „To crave“, auch so ein schönes englisches Wort: sich sehnen, begehren, danach lechzen. To crave chocolate war früher eine übliche Verwendung des Wortes.
Aber jetzt: Ich liege manchmal wach im Bett und lechze nach meinen liebsten Cafes, Bars und Lokalen, da möchte ich mit einer Freund*in stundenlang sitzen, reden, trinken, essen, weinen, schniefen, lachen. Ich glaube einfach, dass social distancing viel härter ist als es klingt. Nähe ist ein menschliches Grundbedürfnis, und die kann keine Videokonferenz auf Dauer ersetzen. Wonach sehnst du dich am meisten?
Und ich sage euch, ich hab Hoffnung, dass auch Nähe bald wieder möglich sein wird. Ich höre von weit fortgeschrittenen Forschungen zu Medikamenten und Selbsttests. Langsam wird den Virologen auch klar, was ansteckend ist und was nicht. Spazieren gehen mit einer Freundin ist es nicht. Das Gebot der Stunde ist jetzt leider noch Abstand. Und den werden wir in den Räumen des writers´studio zukünftig ermöglichen. Bevor ich euch sage, wie die nächsten Wochen und Monate im writers´ studio voraussichtlich aussehen werden, noch etwas, das mir Hoffnung macht.
Was ich (und vielleicht viele andere?) in dieser Zeit gewonnen habe, ist ein verstärktes Vertrauen und ein verstärktes Bewusstsein. 1. Wie wichtig für unser Leben die öffentlichen Orte sind, ein Hoch auf die Cafes, Kinos & Buchhandlungen! Ein Hoch auf die Bars, Jazzclubs & Restaurants! Wir vermissen euch sehr. Und 2. wie unmittelbar finanziell relevant für alle Geschäfte und Einrichtungen jeder einzelne Besuch ist. Es ist essenziell, wo wir unser Geld lassen und wo nicht. 3. Zu erleben, wie gut letztlich unsere Politik, unser Gesundheitssystem, unsere Medien und die Forschung diese fundamentale und neue und unheimliche Krise gemanagt haben. Ein Hoch auf die demokratische Öffentlichkeit und den Sozialstaat. Vielleicht werden manche jetzt endlich aufhören, die Wichtigkeit von seriösen Medien, von Wissenschaft, von internationaler Kommunikation, von komplexen demokratischen Systemen abzutun. Hopefully.
Im writers´studio sind wir etwas überarbeitet, aber optimistisch.
Erstens: Weil es für die nächsten Wochen weitere Web-Workshops geben wird:
Erstmals als Web-Workshop bieten wir an:
- Collage Dream Writing
Mit Schnipseln aus Zeitschriften ins Unbewusste eintauchen, Geschichten aus der Tiefe schreiben
Danke, Johanna, für den Schubs mit dieser technisch einfachen, aber unglaublich spannenden Methode ins Schreiben, Denken, Leben einzutauchen.. in die Tiefen des Unbewussten und in das Wunder der Intuition. Danke, auch Johanna für deine Corona-Tagebuch-Bilder, die wir in diesem Blog zeigen dürfen. - Frei geschrieben – Workshop für wissenschaftliches Schreiben
Wahnsinn, endlich und erstmals gibt es auch diesen allerersten und bahnbrechenden Workshop des writers´studio als Web-Version, für alle von weit her und alle, die jetzt endlich ein wisseschaftliches Schreibprojekt angehen wollen. - Storytelling fürs Business – Mit emotionalem Content überzeugen (in Planung, in Kürze online :-)
- MYTHIC MEMOIR BOOK ART: A writing and collage workshop (englischsprachig) Mit Victoria Rabinowe aus Santa Fee.
Es gibt wieder eine Web-Schreibnacht!
- Black Humor Writing – Nutzen und Vorteile von Corona für das Leben. Mit Evi Hammani-Freisleben am Fr, 1. Mai, 20-23 Uhr.
Wegen starker Nachfrage der Oster-Web-Workshops werden wiederholt:
- Black Humor Writing – Jeder kann böse schreiben!
- Writers’Tricks – In den Schreibfluss eintauchen & schriftlichen Ausdruck stärken.
- Short Story – Einstieg ins literarische Schreiben.
Verlängert in den Mai hinein werden unsere wöchentlichen Schreibtreffs:
- Schreibabend mit Friendly Feedback als Webworkshop: Jeden Montag ab 18 Uhr
- Schreibvormittag mit Wyda-Yoga als Web-Workshop: Jeden Donnerstag ab 9 Uhr.
Zweitens: Good news! Wir werden voraussichtlich ab Anfang Juni wieder in Kleingruppen Präsenz-Workshops abhalten. Mit ausreichendem Abstand zwischen den Teilnehmer*innen für unser aller Sicherheit. D.h. in manchen, geplanten Workshops sind jetzt weniger Plätze als sonst. Also, rasch anmelden. Einige Workshops haben wir in unseren zweiten, größeren Seminarraum in der Liechtensteinstraße verlegt, wo wir mit uns Einzeltischchen großzügig verteilen können. Also bitte genau schauen, wo dein Workshop nun stattfinden wird.

Keep on writing, keep on craving good company!
Judith
PS: Das Writers Retreat in Cornwall wurde auf Juli 2021 verlegt, das Retreat in Piran wird auch.auf 2021 verschoben. Stattdessen bieten wir euch mehrere Writers Retreats in wunderbaren Naturlandschaften in Österreich. Details werden in den nächsten 1-2 Wochen online gestellt.
AKTUELL IM WRITERS´STUDIO
1. Web-Workshops
- Writers’Tricks – In den Schreibfluss eintauchen & schriftlichen Ausdruck stärken. Start: 29. April 2020
- BLACK HUMOR WRITING – Jeder kann böse schreiben! Start: 8. Mai 2020
- Frei Geschrieben – Workshop für wissenschaftliches Schreiben, Start: 15. Mai 2020
- Short Story: Einstieg ins literarische Schreiben. Start: 20. Mai 2020
- Gastworkshop aus den USA: Mythic Memoir Book Art – A writing and collage workshop mit Victoria Rabinowe aus Santa Fe (Kurssprache Englisch), Start: 30. Mai 2020
3. Restplätze in den Präsenz-Workshops der kommenden Monate
- Reden & Vorträge schreiben – Vom leeren Blatt zum souveränen Auftritt. Start: 19. Mai 2020
- Frei Geschrieben für DissertandInnen und HabilitandInnen. Start: 29. Mai 2020
- Online Texte, die verkaufen – Mit spannenden Blogs, Websites, Social-Media-Postings und E-Mail-Marketingtexten KundInnen binden. Start: 26. Mai 2020
- Visual Diary – Spielerisches visuelles Gestalten im Journal als Türöffner & Vertiefung, Start: 11. Juni 2020
4. Writing Retreats
- Writers Retreat im Mittelburgenland – Zur Ruhe kommen, weiter schreiben & feedbacken am idyllischen Bauernhof
- NEU: Pannonisches Writers Retreat mit Judith Wolfsberger – Schreiben und Gehen in der Weite
- Atlantic Writing Retreat in Cornwall 2021 – An der Küste gehen, in die Weite schauen & viel schreiben wie Virginia Woolf
5. Infoabende
Aufgrund der aktuellen Lage werden die nächsten Infoabende als Web-Infoabend abgehalten. Die aktuellsten Informationen zu den Infoabenden finden Sie immer auf unserer Startseite!
- Fr, 24. April 2020, 19 Uhr: WEB-Infoabend zum Lehrgang „SchreibtrainIn werden“ und „Journal Writing Methoden“ (Anmeldung bis 24.4. 12 Uhr: bitte in kurzes Mail an Frau Vedral => tip @ writersstudio.at schicken)
- Mi, 29. April 2020, 19 Uhr: Infoabend & Schnupperworkshop zum Kurs „Frei Geschrieben – wissenschaftliche Arbeiten schreiben“ und „Frei Geschrieben für DissertandInnen“ (Anmeldung bis 24.4. 12 Uhr: bitte in kurzes Mail administration @ writersstudio.at schicken)
- Do, 4. Juni 2020, 19 Uhr: Infoabend zu den Lehrgängen Passion Writing und Schreibkompetenz fürs Business & allen Seminaren aus diesem Bereich. Infoabend als Variante „Web“ oder „Präsenzinfoabend“ möglich, aber in beiden Fällen bitte um Anmeldung per Mail an administration @ writersstudio.at!
6. Schreibtreff im writers´studio in Corona Zeiten
- Web-SchreibNACHT „Black Humor Writing – Nutzen und Vorteile von Corona für das Leben“ am Fr, 1. Mai 2020
- SchreibABEND mit Friendly Feedback: im April & Mai jeden Donnerstag!
- SchreibVORMITTAG mit Yoga: im April & Mai jeden Donnerstag!
ich hab in den letzten Tagen so viel geschrieben, gedacht, geredet über diese Krise, ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Was mich bei Stange hält? Das Schreiben naturgemäß, jeden Morgen. Das Kommunizeren mit anderen mit allen möglichen Technologien, v.a. auch mit den so wunderbar flexiblen & offenherzigen Teamkolleg*innen, Trainer*innen und Teilnehmer*innen des writers´studio (Danke!!).Und Spazierengehen & Yoga. Mein Stamm-Yoga-Institut (
Hinter unseren speziellen writers´studio-Web-Workshops steht eine (der etwa 7) Grundhaltungen der writers´studio-Didaktik/Methodik: Community! Schreiben geht leichter und wird besser, wenn wir verbunden sind, es gemeinsam tun, uns austauschen, uns live sehen und hören können, uns durch Sharing & Friendly Feedback gegenseitig unterstützen. Ja, wir möchten deinen frisch geschriebenen Text in deiner Stimme hören, wie du ihn vorliest– und wir geben dir live Feedback, sagen dir, was uns anspricht, begeistert, was wir assozieren, welche Fragen wir haben und wo wir gerne noch mehr wissen möchte. Das tut so gut.
Aber bei unseren Web-Workshops sehen wir uns und tauschen uns aus, und das tut so gut! Zum Schreiben kann sich jede vom Bildschirm wegbewegen und sich´s anderswo in ihrer Wohnung gemütlich machen, bei Tee & Keksen or whatever. Die Sanduhr läuft und wir rufen euch zurück..
10 bis 12 Uhr online + 1 Stunde individuelle Schreib-& Lesezeit
Es folgen in den nächsten Tagen und Wochen weitere Web-Workshop-Angebote. Wir tun, was wir können, um Schritt für Schritt bestehende Workshop-Angebote umzuwandeln und neue zu entwickeln und hochzuziehen. Schaut also immer wieder mal auf die Website, die Webworkshop-Blümchen schießen nacheinander in allerlei Farben aus dem writers´studio-Boden.
für mich und das writers studio ist es schon so selbstverständlich, wie – bestärkend – wir mit uns gegenseitig als schreibende Menschen und mit unseren Texten umgehen. Doch es ist eine Revolution, keine laute, aber auch keine stumme. Ich höre förmlich das angenehme Schnurren unserer Gehirne, ich spüre ein wohliges Kitzeln im Bauch und ich lausche Wörtern, die mir und den anderen, deren Texte gerade besprochen werden, so gut tun.
NoFiFee ist die Abkürzung meiner
Beim Friendly Feedback geht es gar nicht um Schmeichelei oder verallgemeinerndes Lob, es geht gar nicht um Bewertung. Wir lesen und hören einen Text, wie er von der VerfasserIn laut vorgelesen wird. Wir hören gut zu und geben Auskunft darüber, was bei uns LeserInnen angekommen ist, welche Bilder, welche Aussagen, welche Stimmungen, ja welche „movies of the mind“ (Elbow) in unseren Köpfen der Text geschaffen hat. Und halleluja, ist das spannend und tut das gut. Wir hören auch ganz genau hin, wo uns der Text nicht erreicht, wo wir etwas nicht verstanden haben. Und auch das ist Goldes wert für die SchreiberInnen. Denn der Sinn von Friendly Feedback ist, die Wirkung des eigenen Textes zu verstehen und zu wissen, wo genau ich noch etwas verändern/verbessern/ergänzen etc. kann und möchte. Das Zepter bleibt dabei immer in der Hand der VerfasserIn. Das übergeordnete Ziel von Feedback ist es, der SchreiberIn zu zeigen, dass sie was zu sagen hat, dass sie bitte weiter schreiben soll. Denn wir haben alle was zu sagen, auch wenn es Zeit braucht, um die richtigen Worte und Sätze zu finden, Texte gut hinzukriegen und zu überarbeiten und immer besser in all dem zu werden. Wir nehmen uns dafür die Zeit!
irs, gute Artikel, originelle Sachbücher. Meine Göttin, habt ihr „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ gelesen? Ich hab meinen Sylvester-Termin abgesagt, weil ich es zu Ende lesen musste, bin dann am 2. Jänner gleich in die
das ist jetzt eigentlich nicht fair von mir. Euch ein Bild von einer Blumenwiese in Cornwall zu schicken, dort wo das
manchmal hab ich das Gefühl ich werde gar nicht verstanden. Ich meine, wenn ich über „Poetry“ spreche. So viele Leute, die ich kenne und schätze, auch so viele leidenschaftliche LeserInnen & SchreiberInnen im deutschsprachigen Raum können leider wenig bis gar nix mit Gedichten anfangen. Und erst Gedichte schreiben! Halleluja, das darf doch nur Goethe und, sie glauben, es müsse sich reimen und hochtrabend bis langweilig sein. Das Wort „Gedicht“, nochmehr „Lyrik“ ist hierzulande ein schnödes Schulwort und ein Angstwort, fast nicht mit „selbst schreiben“, mit „freiem Schreiben“, mit Freude und Genugtuung in Verbindung zu bringen. Bei uns. Leider.
„Publizieren eure AbsolventInnen eigentlich?“ – diese Frage wird immer wieder einmal an uns gerichtet. Die schnelle Antwort ist: Ja und nein. Oft antworte ich mit einer Gegenfrage: „Was sind denn die Erfolgskriterien für gelungenes Schreiben?“ Zu publizieren ist vielleicht eines, aber weder das wichtigste noch immer passend. Klar, beim
Dennoch, manchmal kommt es vor, dass eine Geschichte, die im Short Story-Workshop entstanden ist oder schon die erste, die danach geschrieben wurde, einen Preis gewinnt und/oder in einem Sammelband publiziert wird. Zumeist dauert dies aber länger und das ist gut so. Schneller finden manche Reiseartikel, die im
Wir freuen uns naturgemäß riesig mit unseren AbsolventInnen, wenn sie publizieren. Wir posten die Texte und Bücher auf
im Sommer saßen wir bei meinem
Johanna, du hast, wie deinem neuen, autobiographisch grundiertem Roman
Schulanfang ist. Schade, dass (und warum) die Wörter „Schule“ und „Lehrer/Lehrerin“ bei uns eher negativ besetzt sind. In den USA nennen sich SchreibtrainerInnen selbstverständlich „writing teachers“ und eine der besten Unis des Landes heißt „New School“. Wir sind auch so eine Art New School for Free Writers, und das seit mehr als 17 Jahren. Längst funken wir auch in die öffentlichen Schulen und Universitäten hinein mit unserem Freewriting-Ansatz. Da kommt es vor, dass eine ganze Klasse einer Wiener NMS ganz verliebt ist ins freie Schreiben und dann auch noch einen Litertaturpreis gewinnt. Wie geht das? Ihre Lehrerin Gundi Haigner, die im writers studio die 
In jedem Fall freue ich mich auch auf mein Schreib-Retreat für Frauen, das heuer erstmals stattfinden wird, und zwar in einem sehr edel renovierten Gutshof bei Retz.
A. BURGENLAND:
B. WEINVIERTEL:
Nachmittags tauschen wir uns aus zum Schreiben als Frau und gemeinsamen Ideenspinnen. „Schafft euch Schreibräume!“ Yes, we can!
