Brief 148: 2 geniale Bücher (Oder: Brauchen wir noch Schreiben lernen und lehren? Teil I)

Liebe Schreibende, 

brauchen wir in Zeiten von KI überhaupt noch selbst Bücher/Texte schreiben (und Schreiben lehren)? Ich weiß, das ist eine „No-Na-Frage“* – fast niemand würde sie verneinen. Dennoch, es gibt Momente im Leben, sagen wir mein ganzer letzter Monat, in dem einen von Menschen geschriebene Texte/Bücher derart überraschen, ins Herz treffen, ins Staunen bringen, berühren, begeistern. Ja, sagen wir, es sind Geniestreiche, geniale menschliche Kreativität, die wirklich Neues hervorbringt: kein Muster, kein Klischee, kein Wiederkauen. Einfach neu und erschütternd gut. Zwei dieser drei Texte werde ich euch heute kurz vorstellen, sie sind extrem unterschiedlich:

„Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver, ein fetter amerikanischer Roman, preisgekrönt, Bestseller, erschienen 2022, wollte ich schon lange lesen. Endlich ist es so weit und ich kann zurzeit kaum noch anderes tun, als dieses Buch zu verschlingen (dazwischen versuche ich die Jahresplanung für das writers´studio zu machen). Was soll ich sagen? Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen in den Südstaaten, der in den 1990er Jahren in einem Wohnwagen mit seiner suchtkranken, alleinstehenden Mutter aufwächst, und alles scheint irgendwie gegen ihn zu sein. Ein hartes Leben am untersten Ende der Gesellschaft, Pech und Terror. Aber ist es ein depressives, deprimierendes Buch? Gar nicht. Mit einer Sprachgewalt, die ihresgleichen sucht, einem erzählerischen Tempo und einer frischen Sicht auf die Welt (und die USA) ** treibt Barbara Kingslover ihren Protagonisten namens Demon Copperhead durch seine Kindheit und Jugend und wir mögen ihn so sehr und wir sind so erstaunt, was es alles gibt und wie er scheitert und aufsteht, versucht zu verstehen, das Leben, seine Mutter, das Schicksal, alles versucht, um am Leben zu bleiben. Ja ok, sagen wir, es ist ein Roman der radikalen Resilienz und der menschlichen Intelligenz in größter Krise, wobei ich erst auf Seite 264 von insgesamt 548 der englischen Ausgabe bin und noch gar nicht weiß, wie die Geschichte weiter- und ausgeht. Denn ich bin in diesem Roman schon etliche Male von Barbara Kingsolver sehr überrascht worden. Wie gesagt, keine Klischees, keine vorhersehbaren Muster, mit denen uns KI bis zum Erbrechen abfüttert. Ich verrate nichts, aber ab Seite 190 taucht eine wichtige Person auf, die eine der stärksten und überraschendsten Frauenfiguren ist, die mir je in einem Roman untergekommen ist. Mich hat´s im Bett beim Lesen förmlich aufgesetzt. Also gut, lest „Demon Copperhead“ und berichtet!

Das zweite Buch, das ich euch ebenso sehr ans Herz legen will, ist ganz anders: schmal, österreichisch, dokumentarisch. Aber ebenso großzügig und menschlich warm wie „Demon Copperhead“. Das sogenannte „Kriegstagebuch“ von Ingeborg Bachmann, bereits 2011 aus dem Nachlass der großen Autorin hervorgeholt, habe ich mir gekauft, als ich vom sehr empfehlenswerten Film „Ingeborg Bachmann – jemand, der ich einmal war“ aus dem Kino ging. Wow, was für ein toller Film! In diesem semi-dokumentarischen Film wird einige Male dieses so berührende Tagebuch zitiert. Aber hallo! Kriegstagebuch? Ein etwas irreführender Titel. Das Buch hat insgesamt nur 113 Seiten, davon stammen nur sage und schreibe 16 Seiten von Ingeborg Bachmann selbst! Sie hat offenbar nur wenige Seiten aus einem (nun leider verschollenen) Tagebuch abgetippt, das sie im Jahr 1945 geschrieben hatte. Da war sie 18 Jahre alt, hatte gerade maturiert und erlebte die letzten Tage des NS-Regimes und die Befreiung durch die britische Armee. Wow! Wieso heißt es nicht „Tagebuch 1945“? Noch nie habe ich einen so scharfen, überraschenden Blick auf diese Zeit erfahren; noch nie davon gehört, was sie an Irrsinn in den allerletzten Kriegstagen erlebt hat (sie musste z.B. als Anleiterin von jungen Schülerinnen, während die Alliierten Bomben auf Klagenfurt abwarfen, in der trockenen Erde Verteidigungsgräben ausheben und ist unter Lebensgefahr desertiert). Noch nie habe ich von so einer nahen, komplexen und intellektuellen Freundschaft zu einem alliierten Soldaten gelesen. Ingeborg Bachmann beschreibt in diesen Tagebuchseiten wie sie den britischen Soldaten namens Jack Hamesch kennenlernt.  Am 14. Juni 1945 notiert sie:

„Ich weiß auch nicht mehr, was wir am Anfang geredet haben, aber dann auf einmal von Büchern, von Thomas Mann und Stefan Zweig und Schnitzler und Hoffmannstahl. Ich war so glücklich, er kennt alles und er hat mir gesagt, er hätte nie gedacht, dass er ein junges Mädchen finden würde in Österreich, das trotz der Nazierziehung das gelesen hat. Und auf einmal war alles ganz anders, und ich habe ihm alles erzählt von den Büchern. Er hat mir erzählt, dass er mit einem Kindertransport nach England gebracht worden ist, ist im Jahr 38 mit anderen jüdischen Kindern, er war eigentlich schon 18 Jahre alt damals“ (S.20)

– Wow. Hier begann ein offener und liebevoller Dialog zwischen Kindern von Tätern und Opfern nur wenige Wochen nach Kriegsende!
„Jack kommt jetzt jeden Tag, und ich habe noch nie im Leben soviel geredet. Er bringt mir jetzt immer Bücher“  (S.21)

Die 18-jährige Ingeborg Bachmann spaziert stolz mit dem zurückgekehrten jüdischen Emigranten durch Klagenfurt und als er später nach Palästina zurückkehrt, schreiben sie sich viele Briefe. Etwa 40 Seiten des schmalen Bandes bestehen aus seinen Briefen an Ingeborg (er ist unglücklich verliebt in sie und wohl traumatisiert als jemand, der seine ganze Familie in der Shoa verloren hat). Die Briefe von Bachmann an ihn sind leider verlorengegangen. Welch ein erhellendes, berührendes Buch! Aber dann, ähnlich wie bei „Demon Copperhead“ kommt noch eine große, großartige Überraschung, im sehr langen Nachwort und im editorischen Bericht. Auch dieses Buch ist nicht depressiv, es ist voller Kraft der Ideen, wortstark, klug, mutig. Eine Hymne an die Befreier Österreichs vor den Nazis, die es lange schon braucht, eine Hymne an Ingeborg Bachmann, die es immer wieder braucht. Also, lest das Buch!

Den 3. überraschenden, genialen, erschütternden Text, den ich in diesem Juli gelesen habe, werde ich euch im nächsten Blog-Mail vorstellen… seid gespannt.  the earth shakes…

Ich wünsche euch schöne Sommertage mit guten Büchern
Judith Copperhead

PS: Schreiben kann die Welt verändern! Du liebst Schreiben, willst wirksam werden,
dich beruflich oder in deinem Schreiben neu orientieren, starke Textstimmen entwickeln und begleiten – dann komm in den 1-jährigen TIP-Lehrgang! Wir sind eine wachsende Community von Schreibenden, die ihr Wissen über den Schreibprozess, ihre bedingungslose Orientierung an Stärken und ihre Liebe zur kreativen Vermittlung von Schreiben als Schreibtrainer*innen in die Welt bringen. NEU im TIP-Lehrgang (Start im Okt. 2026): Workshops zu Mehrsprachigkeit und KI-Detox! Details und Infos zum gesamten Modulprogramm gibt es beim nächsten ZOOM-Infoabend: Mi, 19. August 2026 ab 18 Uhr.

PSS: Juhu, seit heute sind die Termine der Lehrgänge Memoir Book und Schlaue Bücher spannend schreiben online!

 

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.
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  • Termine seit heute online: Memoir Book 26/27 – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln.​
  • Vorschau – Passion Writing 2026/27– in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen
  • Vorschau: NEUER LEHRGANG mit Anna Ladurner und Irmgard Kramer ab 2026/27: lass dich überraschen! Im Schreibjahr 2027 wartet ein neuer Lehrgang auf dich :-)

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

4. Schreibtreffs

  • Salon Margareten – ab September: Jeden 2. Samstag des Monats > Sa, 12. Sep im Gretl in 1050 Wien.(Kostenfrei)
    Salon Specials: Sa, 12. Sep: Memoir Books in Progress – Bücher, die Berge versetzen &
    Sa, 10. Okt: Salon Abend zum Thema Visual Journaling
  • Sunday Morning Write-Ins – ab September: Schreibtreff jeden 3. Sonntag im Monat, nächster Termin: So, 20. Sep

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Achtung: für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich!

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Evi Hammani-Freisleben über Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)

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*Die österreichische Formulierung „No-Na“ erklärt:

Quelle: https://es.pinterest.com/smoonr/

** So einen so differenzierte Amerika-Roman wie „Demon Copperhead“ zu lesen,  ist auch gut gegen all die schmerzhaft-einseitigen Klischees über die USA, die durch die täglichen Nachrichten über ihren schmerzhaft-wahnsinnigen Präsidenten zurzeit wieder befeuert werden.)

Bildcover: Harper Collins Publ. USA, Suhrkamp Verlag

 

 

 

 

 

Brief 147: Breaking news: Nach 15 Jahren Pause…

Liebe Schreibende, 

ziehen wir Kreise im Leben oder gibt es einfach Dinge, die eine nie loslassen, so weit weg frau sich auch daon entfernt? Was ist das bei dir? Bei mir ist es die Kunst und, ja, die Wissenschaft. Beides erlebt gerade eine Renaissance bei mir. Durch mein Studium an der Akademie der bildenden Künste bin ich auf superspannende Weise mit Kunst und Wissenschaft im Nahkontakt und genieße das sehr. Wissenschaft? Da war doch was?

Ja, ich habe vor 19 Jahren ein Buch publiziert, das mich in seiner Langlebigkeit total überrascht. „Frei geschriebentaucht nun, wo ich mich wieder viel an Unis bewege – ich habe ab Herbst auch neue Lehraufträge – dort und da und überall auf. Eine junge Studienkollegin hat mich unlängst verwundert gefragt: „Judith, kann es sein, dass du in meinem Proseminar zitiert wurdest?“. „Ja, das kann sein“, sagte ich. Auch einige meiner Lehrveranstaltungsleiter:innen verwenden das Buch und haben es oftmals selbst für ihre diversen Abschlussarbeiten benutzt. Ich rekapituliere mit Stolz: Das Buch weiterlesen →

Brief 146: Nichts Schöneres unter der Sonne…

Liebe Schreibende, 

„alles neu macht der Mai“, summt es mir durch den Kopf. Dabei ist es „nur“ die Wärme und das warm-helle Licht, das mich gerade glücklich macht. So verdammt lang habe ich darauf gewartet. „Nichts Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein“, hat Ingeborg Bachmann geschrieben und viel Zeit in ihrem Leben in Rom verbracht. Wien in ihrer
Zeit, das möchte ich mir gar nicht vorstellen, die Nachkriegsenge und -Grauheit! Wien hat sich seither gemausert, entfaltet, ist aufgeblüht, wieder bunt und multiethnisch geworden. Ich wohne sehr gerne in Wien. Die fünftgrößte Stadt der EU wächst und hat für mich immer Neues zu bieten. Zurzeit die Welt der Kunstunis und Schulen. Ich habe in den letzten Wochen erstmals mit einer Schulklasse Freewriting probiert. Yeah. Ein 14-jähriger Schüler sagte in der Pause danach zu mir strahlend: „Das war echt tough“.
Ich: „Tough? Hart? Schwer?“
Er lachte: „Nein, tough heißt in der Jugendsprache cool.“
Er hat was Neues gelernt und ich erst recht.

Neu im writers´studio:

  • Mein sommerliches Writing Retreat in Wien findet heuer in einem inspirierendem Atelierraum statt, der zwischen dem herrlichen GRÜNEN Prater (3.-7. August, nur mehr wenige Plätze frei) und dem coolen Donaukanal liegt, wo es bei Sonnenuntergang in der Hafenkneipe frisch gegrillte Bioforelle mit Tzatziki gibt. Ich freue mich schon sehr auf das Schreiben mit euch!
  • Auf großen Wunsch hin bieten wir einen Writer‘s-Tricks Workshop in Präsenz an (Do, 16. bis So, 19. Juli), und in zwar in Wiener Neustadt (27 Minuten mit dem Zug von Wien Meidling entfernt). Dieses Summer Special mit Evi Hammani-Freisleben ist für alle, die um einen gemütlichen Tisch sitzend ihr Schreiben in Schwung bringen wollen oder sich auf den Einstieg in unsere Schreibtainer:innen-Ausbildung (ab Okt) vorbereiten.
  • Nicht mehr ganz neu ist: Dass Nancy Weber von der berühmten „Teachers & Writers Cooperative “ in New York in unserer Schreibtainer:innen-Ausbildung einen Halbtag im Modul „Empowerment durch Creative Writing“ hält. Wow. Neue Infoabende für diese 1-jährige Ausbildung sind seit kurzem online: 11. Juni und 19. August 2026.
  • Total neu ist, dass mein Venedig-Retreat im mystisch-nebeligem November ab heuer von Daniela Reiter und Ba Ossege gehalten wird, und zwar wieder im wunderbaren Combo! 5.-8. November! Benvenuti!

Zwischen Lehren, Studieren und Malen bin ich – wie im letzten Mailing erwähnt – nun auf der Suche nach einem Verlag für mein neues Buch: ein Memoir darüber, wie ich in den optimistischen 1990er Jahren in Amerika zum Schreiben kam und was mir dort noch alles geschenkt wurde… und wie mir beim Schreiben darüber eine „vergessene“ Großtante begegnete, die 1922 von einem oberösterreichischen Bauerndorf nach New York emigriert ist. Wenn du Ideen und Kontakte zu Verlagen hast, bzw. selbst in einem solchen arbeitest, melde dich bei mir. Vielen Dank!

Ich wünsche dir viel frühlinghaft-sonnendurchtränkte Energie für deine Vorhaben und neuen Entwicklungen!

Judith

PS: Wer schreibt noch mit bei Autofiktion (mit Anna Ladurner ab 30. Mai), Starke Essays (mit mir ab 1. Juni), KI sinnvoll für Schreiben nutzen (mit Irene Steindl ab 9. Juni)? Workshops per Zoom mit viel persönlichem Austausch, neuem Schreiben und sonnigen Schreibseelen.

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt. 
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  • Die neuen Lehrgänge sind gerade in Planung!

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  • Für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book wende dich einfach direkt ans Büro!

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Brief 145: Good news, we found your item.

Liebe Schreibende, 

Nun melde ich mich zurück nach meiner Februar-Schreibzeit in Portugal, mit good news und einer ziemlich absurden Geschichte, in der mich KI-Texte an die Wand spielen.

Ich hab so toll geschrieben in Portugal, trotz oder wegen des vielen Regens. Spaziergänge am Atlantik, frisch gegrillte Sardinen, coole internationale community. I love it. Die erste good news ist, ich bin fertig mit meinem Buch! Jetzt geht es ab zu Feedbackgeber:innen, Agent:innen, Lektor:innen, Verlagen…

Am vorletzten Tag meiner Zeit in Lissabon bin ich zu einem Strand südlich der Stadt gefahren, an dem ich als Kind mit meinen Eltern gewesen bin. Wunderschöner, endloser Sandstrand, wo sich nun – selbst im Winter – die Surfer der Welt einquartiert haben. Zurück nahm ich ein Uber, da es öffentlich ewig gedauert hätte. Herrliche Fahrt über die Lissaboner „Golden Gate Bridge“ (so schön!) und in die abgelegene Altstadt, wo mein Zimmer war. Frisch-fröhlich steige ich aus, und merke ein paar Minuten zu spät, dass mein Handy weg ist. Im Uber-Auto vergessen. Wie blöd! Naja, denke ich, kein Problem ich kontaktiere Uber über die App. Aber ohne Handy?

Nach etwa einer Stunde habe ich es geschafft Uber über meinen Laptop zu kontaktieren, ohne App, ohne dass sie mir eine Sicherheitsnummer auf mein Handy schicken. Dann kam ein freundliches Mail, sie würden die Fahrerin kontaktieren und sich bei mir melden. Am nächsten Tag war mein Rückflug, also war ich etwas ungeduldig. Keine Nachricht, ich schrieb nochmal, wieder eine freundliche Antwort, fast zu freundlich, in zu perfektem Englisch. Ich schreibe, ich schreie per Mail. (Wenn man bei Uber über eine Nummer anruft, die nicht registriert ist, wird man sofort aus der Leitung geworfen.) To make a long story short: ich flog ohne Handy zurück nach Wien.

Irgendwann kam eine hyperfreundlich-hyperperfekt geschriebene Mail: “Your item was found.“ Sie würden der Fahrerin meine Kontaktdaten geben. Sehr schön, ich wartete tagelang. Dann kam eine Mail: „Hi Judith‍, it looks like you and the driver live in different cities. To help coordinate the return of your lost item, we’ll send your phone number to the driver.”  Hey Leute, seit einer Woche schreib ich euch, dass ich nicht mehr in Portugal bin und meine Vermieterin mir gerne das Handy schicken wird, wenn ihr es zu ihr bringt!
Wieder ein paar Tage und etliche wütende Mails von mir später kommt die Nachricht: „Hi Judith‍, we have good news! We can confirm the driver found your missing item.
However, we are still waiting for the driver to respond to our request.”

Mehr als 2 Wochen nachdem mein Handy im Uber geblieben ist und die Mails immer absurder werden, bezweifle ich, ob je ein realer Mensch von Uber daran beteiligt war. Ich weiß nicht mal, ob die reale Fahrerin je real geantwortet hat, ob sie real mein reales Handy gefunden hat. Was sollen mir diese KI-Nachrichten bringen?
Fakt ist: KI kann bei Texten manches gut (z.B. einen MRT-Befund in Versteh-Deutsch übersetzen oder meine handschriftlichen Notizen digitalisieren), aber es hat null Verstand über reale Abläufe, null Grundwissen über die Feinheiten des Alltags* und null Menschlichkeit! KI kann einfach nicht kommunizieren, nicht mal eine scheinbar so banale Sache, wie einer Kundin ein „lost item“ zurückzugeben.

Die Rückkehr zu von Menschen selbst geschriebenen Texten ist bitter notwendig, sowieso im kreativen und intellektuellen Bereich, aber auch für Firmen!

Hier nun aber noch ein paar kreativ-intelligent-menschliche, also echte good news:

1. Zoom-Infotermine für den nächsten Durchgang unserer phänomenalen Ausbildung zur Schreibtrainer:in (TIP), die im Okt 2026 startet, sind nun online: 8. April und 10. Juni..

2. Die Termine für meinen Workshop Starke Essays, Kommentare und Meinungstexte im Juni wurden endlich fixiert. Förderungen möglich! Schreib mit mir!

3. Ebenso gibt es Förderungen für Bas coolen feministischen Workshop Our Voices – Our Stories: Unsere Stimmen als Frauen entdecken & gemeinsam Geschichten spinnen der wieder am 29. April 26 per Zoom startet. Unsere authentischen Stimmen und Texte in der Welt sind sooo wichtig!

4. Im Sommer halte ich wieder ein Summer Writing Retreat in Wien, diesmal in Idas wunderbaren Atelier am grünen Prater: 3. bis 7. August! Schreib mit! Wien ist wunderbar im Sommer!

5.  Am 16. März beginnt wieder Irenes beliebter Storytelling– Workshop. Wie können Fachtexte durch Geschichten spannender, lesbarer, verständlicher werden? 4 Abende per Zoom,  Förderungen möglich.

JudithMein Handy und Uber habe ich schon aufgegeben; mein Glaube an die Wichtigkeit von authentischem Schreiben und dass alle es lernen dürfen sollen, steigt.

Bom dia!

Judith

PS: Diesen Freitag, 6. März, 17 Uhr ist der letzte Zoom-Infoabend (kostenlos) zu meinem Lehrgang „Schlaue Bücher spannend schreiben“. Bitte anmelden, ich freue mich auf euch.

PPS: Wir freuen uns schon auf den nächsten Salon Margareten am Samstag, 14. März 2026. Schau vorbei beim Untergrund Salon!

* kennt ihr dieses Experiment, in dem jemand die KI fragt, wie man aus einem umgedrehten Glas trinken soll? So witzig, so bezeichnend. (Youtube-Link zum Video)

 

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2. Lehrgänge

  • Lehrgang Passion Writing – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen, letzter Einstieg: März!
  • Lehrgang Memoir Book – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln, letzter Einstieg: März!

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Brief 144: In case of doubt go to books! Diesen Sa

Liebe Schreibende, 

ich habe ein T-Shirt, auf dem die Lebenshaltung von der supergescheiten Hermine Granger aus Harry Potter so aufgedruckt ist: „In case of doubt go to the library.“ Nun gäbe es viel zu sagen zur Bibliothek von Hogwarts, wo magische Bücher laut zu einem sprechen oder einen sogar beißen können. Oder Hermines kleine, aber wundersame Perlenhandtasche, in die sie für eine Abenteuerreise eine halbe Bibliothek packt! Bücher sind jedenfalls Schlüssel für das abenteuerliche Leben mit all seinen Wäldern, Wüsten, Bergspitzen und Herausforderungen. Gute Bücher sind solche, die einem helfen ein Stück des Lebens oder einen Aspekt des Lebens besser zu verstehen, neu zu definieren, anders anzupacken.

Was genau macht ein „Sachbuch“/Non-Fiction-Book zum Erfolgsbuch? – das fragen sich viele. Eva Karel, geniale Yogalehrerin und Erfolgsautorin, frühere Trainerin des writers´ studio hat vor vielen Jahren meinen Sachbuchkurs besucht. Nun war sie als Autorin von sagenhaften drei Sachbüchern* bei Claudia Stöckl im Fernsehen und auf der Titelseite von der „Presse“! Wow! Gratuliere, Eva!

Was genau hat diesen Erfolg ermöglicht?
Nicht jedes gute Sachbuch wird zum Verkaufserfolg, das ist klar. Das ist auch nicht immer das Wichtigste. Aber schön und spannend ist es schon. Welche Bücher kommen gut bei Leser:innen an, so dass sie sich langfristig verkaufen?
Der große Erfolg meines Ratgebers „Frei geschrieben“, erstmals erschienen vor bereits 18 Jahren und nun in der 5. Auflage bei UTB ist eines der großen Geschenke meines Lebens. Damit habe ich damals gar nicht gerechnet. Im Gegenteil: Aus der Buchverlagsbranche kommend, war mir klar, wie unwahrscheinlich es ist, dass sich ein Buch in der Vielzahl der jedes Jahr neu erscheinenden Publikationen durchsetzt. Ich wollte für ein paar Dutzend Studierende, die ins writers´ studio kommen, schreiben. Nun, wodurch wurde es ein Longseller?  

Diesen Samstag, 10.1.2026 werden Eva Karel und ich gemeinsam diese Fragen im Salon Margareten in Wien 5 erörtern: :

In case of doubt go to the library – Bücher als echte Ratgeber!
Podiumsgespräch

Wie die Bestseller „Om Oida: Yoga ohne Maskerade“ von Eva Karel und „Frei geschrieben“ von Judith Wolfsberger sich in die Herzen und Hirne ihrer vielen Fans einschlichen – Gespräch mit den Autor:innen der erfolgreichsten „Sachbücher“ aus dem writers´studio.

*Eva Karel ist Autorin von „Om Oida: Yoga ohne Maskerade“, „Om, Oida 2: Yoga Lehren ohne Maskerade“ und „Alles wird gut, Oida“ (2025). Alle drei sind erschienen im Verlag Punktgenau.

Judith Wolfsberger hat folgende Bücher veröffentlicht: „Frei Geschrieben: Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ und „Schafft euch Schreibräume: Weibliches Schreiben auf den Spuren Virginia Woolfs. Ein Memoir“. Beide Erschienen im Verlag Böhlau (Brill).

Moderiert von Daniela Reiter.
Kostenlos und ohne Anmeldung – komm einfach vorbei!
Start: 19 Uhr, Einlass ab 18:45 Uhr
Neue Location: Gretl, Einsiedlerplatz 7, 1050 Wien.

Wenn du selbst gerne ein Knowhow-Buch, einen Ratgeber, schlaues Buch o.ä. schreiben möchtest, komm zum morgigen kostenlosen Zoom-Infoabend zum Sachbuch-Lehrgang!

JudithIch freue mich darauf, euch zu sehen!
Judith

PS: Es ist noch nicht zu spät: mit Short Story ab 11. Februar 2026 kannst du noch in den Lehrgang Passion Writing oder den Lehrgang Memoir Book starten. Fehlt dir noch Writers Tricks? Kein Problem, der Besuch des Februar-Termins ist noch kurz nach Short Story möglich! Melde dich im Büro (administration @ writersstudio.at) und lass dir die Termine schicken! Wir freuen uns auf ein neues, schwungvolles Schreibjahr, das vor uns liegt!

PPS: Die Young Freewriters laden dich wieder zum Schnuppern ein:

PPS: Die Kurse KI sinnvoll für den Schreibprozess im Jänner und Life Writing im März sind ausgebucht, deshalb gibt’s nun kurzfristig zwei weitere Termine: KI sinnvoll für den Schreibprozess nutzen ab 17. Feb (NEU) und Life Writing ab 21. März Nachmittags (NEU)

 

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.
Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Retreats

  • Short Story – Einführung in das literarische Kunsthandwerk. Start: 11. Feb
  • Life Writing – Schreibend erinnern. Start: 21. März
  • Short Story – Einführung in das literarische Kunsthandwerk. Start: 15. Apr
  • Life Writing – Schreibend erinnern. Start: 7. Mai
  • Autofiktion – Literarische Versuche zwichen Erlebtem und Erfundenem. Start: 30. Mai
  • Literarische Spielräume – Perspektive, Sprache & Ton. Start: 2. Juli
  • Life Writing – Schreibend erinnern. Start: 27. Aug
  • Short Story – Einführung in das literarische Kunsthandwerk. Start: 23. Sep
  • Lust und Schmerz – Gefühle von Figuren beschreiben. Start: 26. Sep

2. Lehrgänge

  • Lehrgang Passion Writing – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen, Einstieg noch möglich
  • Lehrgang Memoir Book – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln, Einstieg noch möglich

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

  • Für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book wende dich einfach direkt ans Büro!

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1. Workshops

2. Lehrgänge & Seminar-Reihen

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Brief 143: Schreiben ohne Geländer. Aber gemeinsam.

Liebe Schreibende, 

dies ist weniger eine Weihnachstmail als eine Jahresmail, Rückblick, Vorausschau. Bericht und Vision.

“There′s no starting over
No new beginnings, time races on
And you’ve just gotta keep on keeping on.”

Dieses Lied, „My Silver Lining“ von First Aid Kid hörte ich in diesem Jahr immer und immer wieder. Ich hörte es Ende Januar als ich mit einem Leihauto die teilweise sehr steilen schnurgeraden Straßen durch die Mohave Desert und Joshua Tree Desert gefahren bin und dachte, irgendwas muss sich grundlegend ändern. Es gibt zwar keine kompletten Neustarts, wir sind immer schon auf einem Weg unterwegs, ein Weg, der hinter und vor uns liegt, aber es gibt diese neuen Richtungen: Fahr raus aus der Wüste und in einer Weile bist du am Meer. So ist es in Kalifornien. (Ach mein liebes, in diesem Jahr so geschundene Kalifornien – wild fires & ICE.. – ach, wie es mich immer inspiriert hat!)
Für mein Leben hat sich in diesem Jahr ein neuer Weg aufgetan, als ich in Kalifornien war und viel schrieb, wanderte und mit dem Auto durch die weite Landschaft fuhr. Wie in einem Roadmovie. Mit First Aid Kid auf voller Lautstärke. Plötzlich sah ich weiterlesen →

Brief 142: Literarische Stimme entwickeln und bestärken

Liebe Schreibende!

„Mit der Gruppe im fantastischen Palazzo zu sein und Venedigs Kanäle halfen mir dabei, in den Schreibfluss zu kommen, Sorgen wegrinnen zu lassen, Blockaden aufzuweichen“, schrieb mir eine Teilnehmerin am Ende unseres Writing Retreats in Venedig, letztes Wochenende. Nun – zurück in Wien – habe ich noch die wunderbaren Text-Stimmen und Geschichten im Ohr, die wir bei den Vorleserunden jeden Abend im herrlich-bequemen Salon unseres Palazzos hören durften. Das Venedig Retreat ist auch eine Metapher dafür, worum es in unserem wunderbaren Passion Writing Lehrgang (der diese Woche startet!) geht: die eigene literarische Stimme finden! Langsam entwickeln! Das heißt:

  • viel ausprobieren
  • in einer überaus bestärkenden Gruppe mit sanfter-professioneller Anleitung
  • mit vielen spielerischen, inspirierenden Schreibübungen von Ana Znidar* und Anna Ladurner**.

In der letzten Stunde des diesjährigen Venedig-Retreats hörten wir weiterlesen →

Brief 141: Selbstschreibende magische Feder!

Liebe Schreibende, 

mein liebstes magisches Gerät aus der Harry Potter-Welt war immer der Zauberstab von Miss Weasley, mit dem sie im Nu das Haus aufräumen, den Tisch decken und ein Essen für viele servieren kann. Lustig fand ich die Flotte-Schreib-Feder der Journalistin Rita Kimmkorn. Eine Feder, die von selbst Artikel schreibt, Aussagen von Menschen im Raum registriert und verarbeitet. Die Artikel von Rita Kimmkorn erscheinen im Tagespropheten, einer ziemlich bösartige Boulevard-Zeitung, die Harry Potter exponiert. Die Flotte-Schreib-Feder (im englischen Original „Quick-Quotes Quill“) erfindet gehörig viel dazu, verdreht Tatsachen etc. Damals, als ich meinem Sohn Harry Potter vorlas, sah ich Rita Kimmkorn als Karikatur für Boulevard-Journalismus. Heute denke ich, die Flotte Feder ist eine Vorwegnahme von KI. Nun gibt es also das selbstschreibende magische Tool für alle, das auch ganz schön viel Blödsinn erfindet.

Offenbar gibt es eine große Sehnsucht danach, dass einem das Schreiben abgenommen wird. Schreiben wird immer noch von so vielen Menschen als mühsam wahrgenommen, den Schüler:innen, den Studierenden, Menschen im Beruf. Mühsam, schwierig, anstrengend. Nach über 20 Jahren Workshops zu freiem Schreiben, Writers Tricks, Journal Writing etc. gehe ich manchmal fälschlicherweise davon aus, dass es nun eh schon alle wissen, wie leicht es ist, zu schreiben! Denn unser Writers´Tricks-Workshop und das Buch „Frei geschrieben“ haben so viele Menschen zum Schreiben gebracht. Schreiben wird dann zu einer Ausdrucksform, einer Sprache, einer Lebensform. Es ermöglicht zu denken, zu fühlen und eigene Positionen zu kommunizieren.

Heutzutage, in Zeiten von KI braucht es beides, noch mehr authentische Schreibkompetenz (jetzt erst recht!) und andererseits Wissen über KI – was sie kann und was nicht. Deshalb freuen wir uns, dass unser Workshop Writers´ Tricks, nach über 20 Jahren immer noch läuft. Zusätzlich bieten wir nun sehr kluge und differenzierte Workshops zu Schreiben & KI an: welche „magischen“ Tools erleichtern eigene Schreibprojekte und welche stören sie?

Achtung: In den nächsten Wochen beginnen mehrere Writers Tricks-Workshops (am 18. Nov und 29. Nov) Diese sind auch der letzte Einstieg in unsere Lehrgänge „Memoir Book“ und „Passion Writing“ und Basis unserer Zoom-Workshop-Serie für Denker:innen, Expert:innen, Aktivist:innen & Wissenschafter:innen Inky & the Brain: Ideenfindung & Schreibkompetenz für schlaue Köpfe“. Komm zum kostenlosen Zoom-Infoabend diesen Donnerstag, 13. November um 18 Uhr!

Die Flotte-Schreib-Feder, die von selbst schreibt, ist aber nicht nur ein fiktives Zaubergerät und ein weit verbreitetes Wunschbild, sie ist auch eine Versinnbildlichung für Flow. Kennt ihr das, wenn es sich „wie von selbst schreibt“, wenn es fließt, Ideen und Worte hervorpurzeln, aufs Papier oder in den Computer hinein und ihr erstaunt seid, was da alles entsteht?
So ist Schreibfluss. Jeder und jede kann das lernen.

Eure Flotte Feder
Judith

PS: Am ersten Wochenende des neuen Jahres halte ich wieder Magic Mindwriting (diesmal per Zoom). Wir tauchen nebeneinander in den Flow und fischen schreibend Ideen und Strategien für das frische Jahr hervor!

PPS: Aufgrund der großen Nachfrage findet das Seminar Künstliche Intelligenz sinnvoll für den Schreibprozess nutzen im neuen Jahr gleich zweimal statt! (ab 8. Jan und ab 17. Feb).

Foto der LEGO® Minifigur Rita Kimmkorn: Brickflip.at

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.

Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Präenz-Retreat: Restplätze

2. Lehrgänge

  • Lehrgang Passion Writing – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen, Start: Jan (nach Writers Tricks)
  • Lehrgang Memoir Book – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln, Start: Jan (nach Writers Tricks)

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

  • Für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book II wende dich einfach direkt ans Büro!

4. Schreibtreffs

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich:

1. Workshops

2. Lehrgänge

3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts

Coole Kurzvideos zu unseren Seminaren & Lehrgängen

Life Writing (Insta / FB / Youtube)
Literarische Spielräume (Insta / FB / Youtube)
Magic Mindwriting (Insta / FB / Youtube)
Short Story (Insta / FB / Youtube)
Starke Essays, Blog- und Meinungstexte (Insta / FB)
Storytelling meets Wissenschaft (Insta / FB / Youtube)
Writers Retreat in Venedig 2025 (Insta / FB / Youtube)
Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)
Evi Hammani-Freisleben über Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)

Lehrgang Passion Writing (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Memoir Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Lehrgang (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Schreibtrainer:in werden (Insta / FB / Youtube)
Seminarreihe Inky & the Brain (Insta / FB / Youtube)

Sharing & Responding – eine der großartigsten Ressourcen im Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Sharing & Responding – wie bestärkendes Text-Feedback wirkt (Insta / FB / Youtube)

Brief 140: Danke, Amelie Nothomb, für deine Memoirs!

Liebe Schreibende!

kennt Ihr Amelie Nothomb? Ich habe von kaum einer Autorin so viel gelesen! Seit Jahrzehnten. Die belgische Autorin, geb. 1967, publiziert circa 1 x pro Jahr einen kurzen Roman, meist maximal 130 Seiten. Die Bücher lesen sich im Nu, sind frisch, frech und frei. Viele ihrer Romane sind stark autobiographisch geprägt, manche gar nicht. In der langen Serie der Bücher von Amelie Nothomb gab es immer wieder echte Überraschungen. So nun auch ihr letztes, soeben erschienenes Buch, „Psychopompos“. Wow!

Es ist ein kurzes-knackiges-kluges Memoir über ihre Entwicklung hin zum Schreiben, mit sehr radikalen Thesen und Stories. Amelie Nothomb ist als Tochter eines belgischen Diplomaten in Japan geboren und in China, Bangladesch, New York etc. aufgewachsen. Berühmt und international übersetzt wurde sie mit ihrem Roman über ihre Zeit als Praktikantin in einer großen Japanischen Corporate Firma. Die Protagonistin scheitert unentwegt und wird in der Hierarchie der Firma so lange hinuntergestuft bis sie Klofrau ist: „Mit Staunen und Zittern“. Genial. Japan war und bleibt Amelies große – widersprüchliche – Liebe, sie ist immer wieder dorthin zurückgekehrt. Ihre Bücher über ihre Kindheit in Japan („Metaphysik der Röhren“ und „Eine heitere Wehmut“), ihre Zeit als junge Frau in Japan (z.B. „Der japanische Verlobte“ u.a.) habe ich verschlungen. Auch ihr Roman über sie als „kriegerisches“, Rad fahrendes Mädchen in einem Diplomatenviertel in Peking („Liebessabotage“). Doch mir scheint, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wurden Amelie Nothoms Bücher ehrlicher, gingen an den wahren Kern. Der Ironie und dem scharfen Witz der frühen Romane folgte eine kluge und sprachlich gekonnte Wahrhaftigkeit (z.B. „Biographie des Hungers“).  Und nun das:

In „Psychopompos“ beschreibt Amelie Nothomb ihre Faszination für Vögel seit Kindheitstagen, das Gezwitscher, die Gesänge, das Gefieder anders in jedem Land, in dem sie als Diplomatenkind lebte. Das Buch ist ein Schnelldurchgang durch ihr Leben anhand der Vögel, die jeweils eine Rolle spielten. Um dann ihren Absturz zu beschreiben, als Jugendliche in Bangladesch, als sie vergewaltigt wurde. Danach verbrachte sie viele Jahre stumm, magersüchtig, dissoziiert und begann mit etwa 20 Jahren – zurück in Japan! – zu schreiben. Diesen Rausch, diese Erleichterung, dieses Zu-sich-kommen beim Scheiben empfindet sie wie einen Flug, sich selbst als Vogel. Das tägliche Schreiben jeden Tag in der Früh ermöglichte ihr Überleben. Schreiben sei, meint sie, wie ein Vogel, der aus der Höhe steil in die Tiefe stürzt und dann kurz vor einem Aufprall wendet und nach oben schießt. Welch eine schöne Gestalt einer „Inneren Schreiber:in“ – wie ich es in meinem Artikel „Beim Schreiben sind wir nie allein.“ ausgeführt habe (inkl. Anleitung zur Findung/Gestaltung/Benennung einer inneren Schreiber:in). Und welch ein schönes Bespiel für die Vielgestaltigkeit und Notwendigkeit von klugen Memoirs! Wie fantastisch für mich von der bewunderten Autorin nun zu lesen, wie sie zu ihrem Schreiben kam, was es für sie bedeutet und wie sie vorgeht. Und wie unglaublich schräg ihre Schreibprozesse sind… Etwa was es heißt, dem Tod, den Geistern von verstorbenen Menschen schreibend nahe zu kommen. Danke, Amelie!

Das writers´studio war eines der ersten Institute im deutschsprachigen Raum, dass sich diesem Genre mit Herz und Hirn angenommen hat und das Memoir als Kunstform im Sinne des angloamerikanischen Zugangs aus der Schmuddelecke geholt hat. In unseren Workshops entstehen so wichtige, berührende, gut lesbare Werke! Also, kommt in unseren Lehrgang Memoir Book: Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln.​ Kostenloser Infoabend schon morgen am Mi, 22. Oktober 2025 um 18 Uhr!

Und kommt auch am Sa, 8. November zum (kostenlosen) Salon Margareten in Wien 5 zu „Memoir Books in Progress – Bücher, die Berge versetzen“.  5 Absolventinnen des Lehrgangs lesen aus ihren Memoirs und sprechen über ihre Schreibprozesse. Ana Znidar und ich werden moderieren und freuen uns auf euch!

Beim Schreiben sind wir nie allein, im writers‘ studio schon gar nicht!
Bis bald
Judith

PS: Bereit für die Workshops der Serie Inky & the Brain – Ideenfindung & Schreibkompetenz für schlaue Köpfe? Am 3. Januar geht’s los mit Magic Mindwriting. Darauf folgen KI sinnvoll für den Schreibprozess nutzen (auch geeignet für lit. Schreibprojekte), Storytelling meets Wissenschaft, Creative Ink Tank & viele weiteren Workshops. Für einige der Seminare ist es notwendig – für alle ideal – davor Writers Tricks besucht zu haben. Check deshalb die nächsten Termine von Writers Tricks und hol dir eine Weiterbildungsförderung für die gewünschten Seminare! Bei Fragen dazu melde dich bei uns! Alle Workshops kannst du natürlich auch einzeln buchen.

PPS: Übrigens: das neue Vereinsjahr hat mit September begonnen: als Mitglied im verein writers’studio kannst du jeden 3. Sonntag des Monats per Zoom an den Sunday Morning-Write-Ins teilnehmen. (Start: 10 Uhr ). Noch kannst du einsteigen und bis Juni 9x die Energie der Gruppe für dein Schreibprojekt nutzen!

Foto von Amelie Nothomb: Éric Garault / © Éric Garault / Pasco & Co

 

Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Retreats: Restplätze

2. Lehrgänge

  • Lehrgang Passion Writing – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen, Start: Jan (nach Writers Tricks)
  • Lehrgang Memoir Book – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln, Start: Jan (nach Writers Tricks)
  • Lehrgang Memoir Book II – In Community das eigene Buchprojekt vorantreibe, Start: 8. Nov

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

  • Infoabend zum Lehrgang Memoir Book: Mi, 22. Okt.
  • für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book II wende dich einfach direkt ans Büro!

4. Schreibtreffs

  • Salon Margareten – jeden 2. Samstag des Monats > Sa, 8. November. Neu: seit September neue Location: Gretl in 1050 Wien.(Kostenfrei)
  • Sunday Morning Write-Ins – Schreibtreff jeden 3. Sonntag im Monat, nächster Termin: So, 16. November

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich:

1. Workshops

2. Lehrgänge

3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts

Coole Kurzvideos zu unseren Seminaren & Lehrgängen

Life Writing (Insta / FB / Youtube)
Literarische Spielräume (Insta / FB / Youtube)
Magic Mindwriting (Insta / FB / Youtube)
Short Story (Insta / FB / Youtube)
Starke Essays, Blog- und Meinungstexte (Insta / FB)
Storytelling meets Wissenschaft (Insta / FB / Youtube)
Writers Retreat in Venedig 2025 (Insta / FB / Youtube)
Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)
Evi Hammani-Freisleben über Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)

Lehrgang Passion Writing (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Memoir Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Lehrgang (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Schreibtrainer:in werden (Insta / FB / Youtube)
Seminarreihe Inky & the Brain (Insta / FB / Youtube)

Sharing & Responding – eine der großartigsten Ressourcen im Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Sharing & Responding – wie bestärkendes Text-Feedback wirkt (Insta / FB / Youtube)

 

 

Brief 139: Was ist deine Passion? Schreiben, Venedig, Literatur…

Liebe Schreibende! 

Eine Leidenschaft ist etwas, das du mit Begeisterung tust und immer wieder.  Immer wieder komme ich in meinem Leben zum Malen, Schreiben, Reisen. Ein Ort, an den ich seit Jahrzehnten reise, ist Venedig. Und zwar im Winter! Oder Spätherbst! Als Studentin in den 90er-Jahren habe ich den täglichen (und günstigen) Nachtzug vom Wiener Südbahnhof nach Venezia Santa Lucia direkt am Canal Grande entdeckt und oft genutzt.
Einmal habe ich sogar eine Nacht auf einer venezianischen Parkbank „geschlafen“. Ich glaube aber nicht im Winter. Ansonsten habe ich im Tourist Office am Markusplatz nach dem allerbilligsten Zimmer gefragt. Im Januar 2000 bin ich nach einer Trennung im kalten Wind auf der venezianischen Insel Lido am langen, verwaisten Sandstrand auf- und abgegangen. In dieser Erfahrung ist auch das Leiden in der Leidenschaft spürbar; damals hat mich Venedig getröstet.

Immer hat es mich inspiriert und verzaubert mit seiner unfassbaren Schönheit, dem Geheimnis seiner verwinkelten Gassen und dem mystischen Herbstnebel in den Kanälen. Wahr ist auch, dass weiterlesen →