Brief 150: Einladung zum Open House: So, 20. September per Zoom

Liebe Schreibende,

ich bin zurück von meiner Sommerfrische an der Rax und freue mich auf diesen Herbst. Das „Bahnwandern“ hat mir so gutgetan! Und ein Urlaub mit einer Stunde Anfahrt ist einfach genial.
Juhu, das Seminarprogramm 2026/27 ist fertig und online! Viel Bewährtes und einige neue, super-coole Schreibangebote, in die ihr gerne bei unserem Open House am Sonntag, 20. September kostenlos reinschnuppern könnt!

Open House 2026 per Zoom:

Mehr Infos zum Open House, wie ihr euch anmelden könnt und wie es heuer Zoom-technisch abläuft, findest du hier.

Noch vor dem Open House starten wir wieder mit unserem Salon Margareten: Jeden 2. Samstag des Monats (19-21 Uhr) vor Ort im „Gretl“ in Wien 5, keine Anmeldung, einfach kommen:

Samstag, 12. September: Memoir Books in Progress – Bücher, die Berge versetzen
Einige Absolvent:innen unseres beliebten Lehrgangs Memoir Book werden aus ihren works-in-progress lesen. Ana Znidar und ich werden uns mit den Autor:innen über die bei Memoir so aufregenden, aber auch heilsamen Schreibprozesse unterhalten. Wir freuen uns, euch im Gretl zu sehen!

Ich habe gerade das Gefühl, wir müssen und können so viel Reales, Sinnliches, Körperliches bewahren und fördern. Das Gehen im nahen Wald, das Schreiben & Gestalten mit der Hand (Visual Journaling), der achtsame Austausch in Gruppen u.s.w. Was erdet dich?

Altweibersommerliche Grüße sendet
Judith

PS: Die meisten unserer Lehrgänge starten im Herbst! Nutze die Gelegenheit zu unseren kostenlosen Infoabende (siehe unten!), Salons und die Workshops des Open House, um eine gute Wahl für dein Schreiben zu treffen.

PPS: In unserer Schreibtainer:innen-Ausbildung TIP 2026/27 sind nur noch wenige Plätze frei.

 

 

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.
Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Retreats

2. Lehrgänge

  • Memoir Book 2026/27 – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln.​
  • Passion Writing 2026/27 – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen
  • NEU! Vom Traum zum Roman – Krimi, Fantasy, Kinder-/Jugendbuch, Love Story oder literarischen Roman in Begleitung mit den Autorinnen Irmgard Kramer und Anna Ladurner und einer bestärkenden Gruppe beginnen, planen, dranbleiben

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

4. Schreibtreffs

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Achtung: für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich!

1. Workshops

2. Lehrgänge & Seminar-Reihen

3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts

Kurzvideos zu unseren Seminaren & Lehrgängen

Life Writing (Insta / FB / Youtube)
Literarische Spielräume (Insta / FB / Youtube)
Magic Mindwriting (Insta / FB / Youtube)
Short Story (Insta / FB / Youtube)
Starke Essays, Blog- und Meinungstexte (Insta / FB)
Storytelling meets Wissenschaft (Insta / FB / Youtube)
Writers Retreat in Venedig 2025 (Insta / FB / Youtube)
Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)
Evi Hammani-Freisleben über Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)

Lehrgang Passion Writing (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Memoir Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Lehrgang (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Schreibtrainer:in werden (Insta / FB / Youtube)
Seminarreihe Inky & the Brain (Insta / FB / Youtube)

Sharing & Responding – eine der großartigsten Ressourcen im Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Sharing & Responding – wie bestärkendes Text-Feedback wirkt (Insta / FB / Youtube)

Bilder: Judth Wolfsberger

 

Brief 149: Die radikale Antwort auf „generative AI“ an Unis und Schulen – Ein neues Forschungspapier aus Kalifornien

Liebe Schreibende, 

wie versprochen berichte ich heute von einem weiteren unfassbar spannenden Text, der mir in diesem Sommer neue Denkwelten eröffnet hat. Eine gute Freundin aus Kalifornien war bei mir zu Besuch und hat erzählt, dass sie im letzten Jahr gemeinsam mit anderen Unilehrenden ihres Colleges einen Report und Guidelines zur ethischen Nutzung von generativer AI an Unis verfasst hat. Sie haben Recommendations für dieses kleine College ausgearbeitet, die viel radikaler sind als die üblichen „AI Guidelines“ von Unis! Diese Forschungsgruppe hat intensiv recherchiert, welche neuen wissenschaftlichen Studien es zu Konsequenzen und Schäden bei der Nutzung generativer AI gibt und wollen eine neue Diskussion entfachen. Eines ist klar, es braucht radikale Antworten. Und wir haben sie.
Ich habe dieses großartige, inspirierende 26-seitige Paper gelesen und dann Evi Hammani-Freisleben (Leitung unserer Schreibtrainer:innen-Ausbildung) geschickt. Wir trafen uns zu einem Zoom-Gespräch, das wir aufgenommen und transkribiert haben.

Judith: Liebe Evi, wir hatten gerade beide eine aufregende Lektüre: den “Report, Guidelines, and Recommendations of Pitzer College´s Ethical Use of Generative AI faculty working group”*Die Unis fordern zumeist ja bloß ein, dass die Studierenden kennzeichnen müssen, wo sie KI verwendet haben. Das kommt aber einer Kapitulation der Lehrenden vor der Technik gleich! Im Anhang des Papers findet sich eine Studie einer anderen Forschungsgruppe: „AI, algorithmic and automation harms taxonomy“. Also: welchen Schaden richten AI und auch Algorithmen und Automation an? Da geht es nicht nur um Generative AI, also um Text- oder Bildgenerierung, sondern um AI im viel breiteren Sinn. Eine 11-seitige Tabelle an Schäden!

Evi: Ich habe schon längere Zeit nach genau so etwas in der KI-Debatte gelechzt. Es gibt zwar mittlerweile in der akademischen Sphäre Statements, in denen es nicht nur um die Integration, Anwendung und rechtliche Beschränkung im Sinne der wissenschaftlichen Integrität geht. Lehrende machen sich Gedanken dazu, was KI mit unserer Lehre macht. Ich habe von „AI-Refusal“, also Widerständigkeitsformationen im akademischen Bereich, gehört. Aber dieses systematische Aufrollen der Problematik, mit einem Begründungsdiskurs ist neu. Bei der Lektüre habe ich immer genickt: So vieles von dem, was ich in meinem gefühlten problematischen Verhältnis zu diesen Large-Language-Models versucht habe, intuitiv in Worte zu fassen, habe ich in diesem Paper ausgefaltet, argumentiert und belegt gefunden. Abgesehen von der rechtlichen Problematik, wer ist die Autor*in eines Textes, habe ich zwei Dinge schon immer problematisch gefunden. Das Erste: Was macht das mit der Schreibentwicklung von Menschen, die Schreiben lernen sollen? Und das Zweite war immer diese unglaubliche Ressourcenverschwendung, die mit KI einhergeht. In dieser „Taxonomy of harms“ ist das nur einer von vielen Schäden. Jetzt liegt das so umfassend am Tisch und wird viele Diskussionen nach sich ziehen. Insofern freue ich mich drauf, was wir jetzt zur Debatte beitragen können mit der Weiterverbreitung solcher Gedanken in unserer Community von Leuten, die Schreibprozesse im Auge haben.

Judith: Mich hat der Begriff „harms“ so berührt. Welchen Schaden richtet KI an? Der Schaden ist enorm. Wir können nicht einfach die „Patschen strecken“ und sagen, das ist jetzt die technologische Entwicklung, fertig. Es sind Angriffe auf Autonomie, Grundrechte, Freiheiten, Gesellschaft, Umwelt, physische und psychische Gesundheit und die menschliche Uridentität.

Was heißt generative AI für das Schreibenlernen, für das Denkenlernen, für die Textproduktion, auch für die Textlektüre? Welche Texte kriege ich in Zukunft zu lesen? Als ChatGPT rauskam, habe ich spontan einen Blogbeitrag geschrieben, obwohl ich noch kaum Ahnung hatte, was das ist, aber mein Sohn hat das schon verwendet. Ich habe geschrieben: „Ich liebe ChatGPT“, weil es einfach klar machen wird, dass die Schreibdidaktik, die bei uns immer noch in Schulen vorherrschend ist, komplett passé ist. Wenn wir von Schüler:innen Texte wollen, die wie von Maschinen sind, dann werden sie die Maschine verwenden. Blöd wären sie, wenn sie KI nicht nutzen würden. Jetzt ist endlich die Tür offen für die prozessorientierte Schreibdidaktik. Das war für mich ein „kick in the ass“, auch mich in diese Richtung persönlich mehr zu entwickeln: Was passiert in der Schule und wie kann in die Schule prozessorientiertes Schreiben stärker reinkommen? Und jetzt, wo ich wieder an Schulen und Universitäten bin, erlebe ich die wahnsinnige Verunsicherung: Was darf man verwenden, wie gehen wir jetzt damit in der Lehre um?

Und nun dieses radikale Paper, das mir meine amerikanische Freundin geschickt hat, so eine genaue und scharfe Denkerin – es ist sehr dicht und komplex, sozusagen ein Fest des Denkens, Recherchierens, Verantwortung Übernehmens, Perspektiven Aufzeigens und die unterschiedlichsten Aspekte und Problemlagen Diskutierens. Inhaltlich war für mich am wichtigsten:

  1. Writing is thinking“ (MacArthur 2025), Schreiben ist Denken. Es wird die Frage gestellt: Ist Schreiben mit KI, mit generative AI, überhaupt Schreiben? Eher nicht!
  2. Das wahnsinnig coole Zitat: „to be a human self, a human agent is to be a linguistic animal“ (Megan Fritts 2025). Wir sind sprechende, denkende Tiere, und wenn wir das abgeben, dann geben wir alles auf, was wir sind.
  3. beschreibt das Paper genau: Die einzige Antwort kann nun sein, ganz stark in prozessorientierte Schreibdidaktik hineinzugehen! Schreiben als etwas zu lernen, das eine tolle, aber auch mühsame Arbeit ist, bei der Denken gelernt wird, das kritische Denken. Darauf können wir nicht verzichten, und schon gar nicht in der Welt, in der wir jetzt sind! Wir brauchen so dringend Menschen, die kritisch denken können. Es geht eigentlich nicht nur ums Schreiben, und es geht auch nicht darum, dass irgendwelche Seminararbeiten geschrieben werden, sondern es geht um die Rettung des kritischen Denkens!

Evi: Für mich war auch „critical thinking“ das Eindringlichste aus dieser Lektüre, und die menschliche „agency“, die damit verbunden ist. Die Konsequenz aus diesem Paper ist: Wir dürfen das Denken nicht durch KI ersetzen lassen. Dort, wo KI als Hilfstool sinnvoll ist, von mir aus, aber nicht direkt dort, wo der Denkprozess stattfindet! Das hat nichts mit Ablehnung von technologischen Entwicklungen zu tun. Dies ist eine wichtige Gelegenheit, um über die Schreiblehre und die Prinzipien der Schreiblehre überhaupt nachzudenken. Jetzt brauchen wir unsere Kompetenz, Schreibprozesse zu lehren und zu begleiten besonders! Wie wir sie seit vielen Jahren unseren Schreibtrainer:innen im TIP beibringen.  Ein wichtiger Punkt in diesem Paper: „Friction“, also Brüche, sind so wichtig in Schreib-und Denkprozessen!

Judith: Ja, die „speedbumps“ beim Schreiben und Denken!

Evi:  Ja, so wie diese Bodenschwellen auf der Straße dich zwingen, die Geschwindigkeit zu drosseln, sind Momente der Konfusion und des Steckenbleibens elementar für Denkprozesse. Das ist eben das spezifische Menschliche, hier entsteht durch kreatives Schaffen neues Wissen.

Judith: Auch, wenn diese Momente der Verunsicherung und Verwirrung manchmal schwer auszuhalten sind – sie sind, wie es im Paper heißt, „beautiful and honorable states“, schöne, ehrenvolle Zustände.

Evi: Wir müssen den Studierenden wieder die Lust am Denken vermitteln.

„Critical AI Literacy“ hat überhaupt nichts Defensives, sondern es ist eine Gelegenheit, zu erkennen, wie wichtig der sprachliche Selbst- und Weltbezug des Menschen ist. Darum bin ich auch so dankbar, dass dieses Paper und diese „Taxonomy of Harms“ nicht auf Fragestellungen des Schreibprozesses im engeren Sinn beschränkt sind. Es wird ausgeführt, welche ethischen und auch demokratiepolitischen Implikationen KI-Nutzung hat. Individuen verlieren über die Schmälerung ihrer Kompetenz, sich sprachlich auf die Welt zu beziehen, ganz klar Agency und die Möglichkeit im demokratischen Prozess der Gestaltung unserer Welt teilzuhaben, weil sie Verantwortung abgeben.

Das geht weit übers Schreibenlehren hinaus. Dabei wird klar, wie wertvoll es ist, dem prozessorientierten Schreibenlernen Raum zu geben! Und wie viel das mit der menschlichen Daseinsweise zu tun hat, damit, wie wir das Miteinander und die Welt gestalten.

Judith: Einen „critical AI use“ würden ja viele für sich beanspruchen, aber dieses Paper geht über das Übliche hinaus: Es wird auch von „AI-resistant approach“ gesprochen. Studien mit Studierenden zeigen: Die allermeisten verwenden AI als Ghostwriter oder um einen Überblick über ein Feld zu gewinnen, der dann selten in Frage gestellt wird. Nur ein Sechzehntel der Studierenden überprüft so einen schnellen Überblick, den AI liefert.

Jeder weiß mittlerweile, dass AI sehr fehlerhaft ist. Aber es ist insgesamt derartig oberflächlich und in die falsche Richtung gehend. Ich habe vor Kurzem einen wissenschaftlichen Artikel gelesen, in dem ein österreichischer Pädagogikprofessor zuerst seine Fragestellung mit KI beantwortet. Was da rauskommt, klingt total nett und ist gleichzeitig sowas von daneben. Es ist ein Blabla, das überhaupt nicht in die Tiefe geht und ohne Tiefe, zeigt er dann, kann man die Fragen, nicht beantworten. Und dann führt er in seinem Artikel aus, wie komplex und auch voller unauflösbarer Spannungen eine wissenschaftliche Beantwortung ist. Aber die allermeisten Studierenden, die mit KI arbeiten, bleiben auf der oberflächlichen Ebene der KI-Antwort. Dabei geht jede wissenschaftliche Tiefe verloren, mit Ghostwriting geht alles verloren.

Und insofern ist klar, wir müssen zumindest in frühen Schreibseminaren an der Universität in den ersten Semestern und in der Schule, ein Schreiben ohne AI ermöglichen. Weil es gibt kein eigenes freies Schreiben und Denken neben einem AI genierten Text. Wie soll ich da überhaupt noch einen eigenen Satz versuchen im Verhältnis zu diesen aalglatten, scheinbar so perfekten KI-Ergebnissen? Da habe ich keine Chance.

Im Buch „Frei geschrieben“ sage ich: eigenes Schreiben wird extrem schwer, wenn ich neben mir das offene wissenschaftlichen Buch liegen habe und da reinschiele. Da kann ich nur plagiieren oder bin zumindest so im perfekten Text der Autor:in verfangen, dass mein eigenes Denken und Formulieren immer zu schwach ist (Es braucht also Brückentexte, Clsuterin, SQR etc). Doch das ist noch viel extremer, wenn ich mit einem generative AI Text weiterarbeiten will. Was dieses Paper auch gut auf den Punkt bringt: Was KI produziert ist einfach so „convenient“, so gestyled und perfekt und gibt vor, so autoritativ zu sein, dass ich mich daneben nur mehr als dummes Würstchen fühle. Das würde dir und mir so gehen, aber wenn ich Erstsemesterstudentin bin oder Schülerin, noch viel mehr. Was soll ich da überhaupt noch einen eigenen Satz versuchen im Verhältnis zu dieser aalglatten, scheinbar so perfekten KI-Ergebnissen? Da habe ich keine Chance.

Evi: Generative AI ist eine Phrasenmaschine, die zu Unrecht anthropomorphisiert wird. Es ist einfach nur eine Maschine, die rechnet.

Judith: Ein Wahrscheinlichkeitsrechner ist es.

Evi: Es ist wichtig, aufzuhören, AI als Gesprächspartner zu mystifizieren! Außerdem: es wird alles ein Einheitsbrei. Generative AI sabotiert, dass Erkenntnissubjekte, wenn ich jetzt im akademischen Bereich bleibe, Zutrauen zu ihrer eigenen Text- und Denkstimme entwickeln können. Aber es ist auch ein ethisches Problem: Ich war sehr dankbar in diesem Paper zu lesen, dass die Diversität des menschlichen Ausdrucks eingefaltet wird. Unterschiedliche Individuen haben unterschiedliche Zugänge zur Welt. Wir waren jetzt im wissenschaftlichen Bereich schon auf so einem schönen Weg methodologisch mehr zu ermöglichen, mit artistic research methods u.ä. Und das ist wirklich die Gefahr: Unterschiedliche Wege der Erkenntnis und des sprachlichen Ausdrucks gehen verschütt!

Judith: Im Paper wird von kultureller Homogenisierung und Stereotypisierung gesprochen. Wir bekommen einen Einheitsbrei von bestimmten mächtigen Positionen. Der oft auch sexistisch und rassistisch etc ist. Es geht um den Verlust der Kreativität und des kritischen Denkens., und zwar im Prozess, aber auch im Ergebnis. Das ist wirklich..

Evi: Kapitulation.

Judith: Totale Kapitulation.

Evi: Aber ich sehe das als die Gelegenheit, klarzumachen, wie wichtig Schreiben für das menschliche Sein ist und wieviel Potenzial da drinnen steckt. Insofern ist dieses Abarbeiten an dem, was KI macht und wie sie wirkt, ganz wichtig. Lehrende und alle, die mit Schreiben zu tun haben, sind aufgerufen, diesen Mut zu entwickeln, in den Widerstand und in das Critical Thinking zu gehen. Das finde ich auch so wichtig an dem Paper: Critical AI Literacy heißt nicht nur im Schreibprozess zu wissen, wann setze ich wie KI-Tools ein und wann lieber nicht, sondern Critical AI Literacy heißt in diesen Diskurs einzutreten, warum überhaupt KI im Schreibprozess und ob und was da verloren gehen kann. Dieser Meta-Diskurs ist nichts für eine Minderheit von Wissenschaftsphilosoph*innen. Alle, die mit diesen Tools arbeiten und die das in ihrer Lehre entweder forcieren oder zulassen oder irgendwie einen defensiven Umgang damit pflegen, damit sie irgendwie da durchkommen, haben den Auftrag, sich mit der Fragestellung dieses Papers zu befassen.

Judith: Im Paper wird auch die vollkommene Offenlegung verlangt. Lehrende sollen, wenn sie AI benutzen, das genauso deklarieren müssen wie Studierende. Außerdem wird dringend davon abgeraten, Texte von Studierenden in AI einzufüttern, um sie damit zu beurteilen oder zu feedbacken. Das geht nicht! Wir wollen auch nicht die Daten der Studierenden in dieses System einfüttern. Das ist wirklich Widerstand, zu sagen: Wir wollen, müssen und können unserem menschlichen Feedback vertrauen.
Eine Bekannte hat erzählt, dass sie eine Arbeit an einer FH abgegeben hat und die Rückmeldung der Lehrenden ganz klar AI generiert war. Sie war so sauer. Sie hatte wochenlang an dieser Arbeit geschrieben und dann kommt irgendein Maschinentext als Antwort, der noch dazu Blödsinn ist.
In einem Artikel im New Yorker, “What Happens After A.I. Destroys College Writing?” von Hua Hsu wird ein amerikanischer Professor zitiert, der zu seinen Studierenden sagt: „Wenn ihr mir Arbeiten abgebt, die von AI geschrieben sind, und das merkt man ja sofort, dann kriegt ihr eine AI-Evaluierung, ein AI-Feedback. Und ich gehe schwimmen. Wieso sollte ich das feedbacken?“ Und natürlich in Amerika gibt es die großartige Feedback-Kultur. Er sagte, „Wenn wir so arbeiten, können wir eigentlich ganz aufhören mit Uni. Da gehen wir alle einfach schwimmen.“

Apropos amerikanische Schreibdidaktik: Dieses Paper ist unglaublich inspirierend, und nicht einfach ein Jammertal. Mein Herz ist beim Lesen aufgegangen. Lassen wir uns mal diesen Absatz auf der Zunge zergehen: „Current writing pedagogies have been deeply informed by the idea that writing is thinking for close to fifty years, when college classrooms moved away from product-oriented ‘learn to write’ approaches to more process-oriented modes that invited students to ‘write to learn’ – using low-stakes, in-class writing as a tool for discovering, shaping and integrating ideas.”

Halleluja: Seit 50 Jahren wird das in den USA so gemacht. Seit über 20 Jahren machen wir das im writers‘ studio und in unserer TIP-Schreibtrainer*innen-Ausbildung so. Jetzt ist die Zeit reif für alle: Wie kann ich mit prozessorientierter Schreibdidaktik in der universitären Lehre und sonst wo arbeiten? Wir lernen nicht schnell, einen Text zu schreiben, damit er einem Perfektionsanspruch entspricht, sondern wir schreiben, um zu lernen. Anfangs mit niedrigem Anspruch, gemeinsam im Raum. Schreiben ist ein Tool, um die Welt zu entdecken und zu formen und Ideen langsam zu entwickeln.

Was da steht über das Schreibprogramm dieses Colleges: „Grapple with ambiguity and Complexity“. Also Lesen lernen, Schreiben lernen, unabhängig Denken lernen, Risk-Taking. Phantastisch! Nochmal – Ziel ist nicht die perfekte Seminararbeit, Schreibenlernen ist das Tool, um sich als Mensch, als Denkende, intellektuelle und kritische Person zu entwickeln. Dieses Paper ist wie ein Fest für die prozessorientierte Schreibdidaktik.

Evi: Large Language Models treffen im Kern den schulischen und universitären Auftrag. Bestimmte politische und kapitalistische Mächte forcieren LLMs, weil das ein Tool für die Verdummung der Menschheit ist. Critical AI Literacy ist etwas, das Menschen nachhaltig in die Lage versetzen wird, ihre Welt noch selbst zu gestalten und darüber zu entscheiden, wie wir leben wollen.

Was mich als diejenige, die den TIP-Lehrgang leiten darf, besonders freut, ist, in diesem Paper in jedem zweiten Absatz wiederzuerkennen: das ist das, was wir schon seit Langem den Schreibtrainer:innen beibringen. Wer diese Critical AI Literacy lernen will, kann ins TIP kommen.

Judith: Wir brauchen jetzt nicht weniger Schreiblehrer*innen, wir brauchen jetzt viel mehr! Es wird bald viel mehr Nachfrage kommen. Was kann ich denn als Lehrende anderes tun außer zu sagen, du musst bitte deinen AI-Use anführen? Wir müssen Schutzräume entwickeln. Das kommt ja auch in dem Paper ganz stark vor. Wen müssen wir alles schützen? Wir müssen auch die Studierenden schützen, wir müssen unsere Daten schützen, und wir müssen Lernprozesse schützen. Und das erfordert ziemlich radikale Maßnahmen.

Evi: KI-Detox! Das heißt, Menschen Methoden an die Hand zu geben, wie sie ihre Schreibprozesse schützen und gestalten können, sodass das Menschliche und die Kreativität nicht verloren gehen.

Judith: Es ist die Aufgabe der Universitäten und der Schulen, das zu bieten! Schulen und Universitäten müssen jetzt KI-freie Räume eröffnen, in denen wir lernen als Menschheit zu überleben. Denn, wer steht denn hinter diesen KI-Modellen, welche politischen Interessen, welche Geldgeber, welche kapitalistischen Weltmächte? Wir brauchen kritisches Denken, um in dieser sehr problematischen Welt neue Strategien zu entwickeln. „Du machst halt ein bisschen KI und du musst es irgendwie anführen, ob du es benutzt hast“ ist zu wenig! Wir brauchen eine Radikalität und ich glaube, die wird sich langfristig durchsetzen.
Bei intellektuellen Prozessen ist das eben nicht so, dass man ein Problem sieht und drei Minuten später die Lösung hat. Es braucht Zeit. Und ich freue mich, dass wir als writers´ studio mutig als Pionierinnen voranschreiten mit einem super Backup Material von der US-amerikanischen, linken, kritischen, akademischen Seite. Was die wieder einmal liefern, ist an Brillanz und detaillierter Genauigkeit kaum zu überbieten!

Evi: Ich rufe alle auf, dieses revolutionäre Paper zu lesen und den Mut zu entwickeln zu überlegen, wo könnte ich das umsetzen, wo könnte ich das kommunizieren, was macht das mit mir und bitte, bitte, weiterschicken*.

Judith: Noch ein umwerfend tolles Zitat: “We should value risk-taking, friction, and creative process over product-oriented perfection and compliance. Students should have space to take intellectual risks and to forge a distinct perspective and voice through thinking and writing processes that are iterative, social and messy. Sitting with difficulty or momentary failure are aspects of meaningful deep learning.

Evi: Ja, großartig! – kann ich sofort unterschreiben.

Judith: Dafür stehen das writers‘ studio und der TIP-Lehrgang. Und wir brauchen noch viel mehr Leute, die das tun werden.

Evi: Wer das mit uns tun will, bitte kommen, im Oktober geht es wieder los. Zoom-Infoabende zum nächsten TIP-Lehrgang gibt es am 19. August und am 16. September!

JudithLiebe Grüße an alle von Judith (Aktivistin der KI-Detox-Revolution)

 

*Wenn du das Paper geschickt bekommen magst, schreib uns an newsletter@writersstudio.at

PS: Save the Date: am So, 20. Sep. 2026 veranstalten wir am Vormittag wieder ein Zoom-Open House – kostenlose Kurzworkshops & Sunday-Morning-Write-In für alle! Sei dabei! Du kannst dich bereits hier voranmelden. Die Zoom-Links schicken wir dir ein paar Tage vor dem Event zu.

 

 

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt. 
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1. Workshops & Retreats

2. Lehrgänge

  • Memoir Book 2026/27 – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln.​
  • Passion Writing 2026/27– in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen
  • Vorschau: NEUER LEHRGANG mit Anna Ladurner und Irmgard Kramer ab 2026/27: lass dich überraschen! Im Schreibjahr 2027 wartet ein neuer Lehrgang auf dich :-) Infos online ab September.

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

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  • Salon Margareten: Jeden 2. Samstag des Monats im Gretl in 1050 Wien.(Kostenfrei)
    Sa, 12. Sep: Memoir Books in Progress – Bücher, die Berge versetzen &
    Sa, 10. Okt: Visual Journaling Challenge
  • Sunday Morning Write-Ins – ab September: Schreibtreff jeden 3. Sonntag im Monat, nächster Termin: So, 20. Sep

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Brief 148: 2 geniale Bücher (Oder: Brauchen wir noch Schreiben lernen und lehren? Teil I)

Liebe Schreibende, 

brauchen wir in Zeiten von KI überhaupt noch selbst Bücher/Texte schreiben (und Schreiben lehren)? Ich weiß, das ist eine „No-Na-Frage“* – fast niemand würde sie verneinen. Dennoch, es gibt Momente im Leben, sagen wir mein ganzer letzter Monat, in dem einen von Menschen geschriebene Texte/Bücher derart überraschen, ins Herz treffen, ins Staunen bringen, berühren, begeistern. Ja, sagen wir, es sind Geniestreiche, geniale menschliche Kreativität, die wirklich Neues hervorbringt: kein Muster, kein Klischee, kein Wiederkauen. Einfach neu und erschütternd gut. Zwei dieser drei Texte werde ich euch heute kurz vorstellen, sie sind extrem unterschiedlich:

„Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver, ein fetter amerikanischer Roman, preisgekrönt, Bestseller, erschienen 2022, wollte ich schon lange lesen. Endlich ist es so weit und ich kann zurzeit kaum noch anderes tun, als dieses Buch zu verschlingen (dazwischen versuche ich die Jahresplanung für das writers´studio zu machen). Was soll ich sagen? Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen in den Südstaaten, der in den 1990er Jahren in einem Wohnwagen mit seiner suchtkranken, alleinstehenden Mutter aufwächst, und alles scheint irgendwie gegen ihn zu sein. Ein hartes Leben am untersten Ende der Gesellschaft, Pech und Terror. Aber ist es ein depressives, deprimierendes Buch? Gar nicht. Mit einer Sprachgewalt, die ihresgleichen sucht, einem erzählerischen Tempo und einer frischen Sicht auf die Welt (und die USA) ** treibt Barbara Kingslover ihren Protagonisten namens Demon Copperhead durch seine Kindheit und Jugend und wir mögen ihn so sehr und wir sind so erstaunt, was es alles gibt und wie er scheitert und aufsteht, versucht zu verstehen, das Leben, seine Mutter, das Schicksal, alles versucht, um am Leben zu bleiben. Ja ok, sagen wir, es ist ein Roman der radikalen Resilienz und der menschlichen Intelligenz in größter Krise, wobei ich erst auf Seite 264 von insgesamt 548 der englischen Ausgabe bin und noch gar nicht weiß, wie die Geschichte weiter- und ausgeht. Denn ich bin in diesem Roman schon etliche Male von Barbara Kingsolver sehr überrascht worden. Wie gesagt, keine Klischees, keine vorhersehbaren Muster, mit denen uns KI bis zum Erbrechen abfüttert. Ich verrate nichts, aber ab Seite 190 taucht eine wichtige Person auf, die eine der stärksten und überraschendsten Frauenfiguren ist, die mir je in einem Roman untergekommen ist. Mich hat´s im Bett beim Lesen förmlich aufgesetzt. Also gut, lest „Demon Copperhead“ und berichtet!

Das zweite Buch, das ich euch ebenso sehr ans Herz legen will, ist ganz anders: schmal, österreichisch, dokumentarisch. Aber ebenso großzügig und menschlich warm wie „Demon Copperhead“. Das sogenannte „Kriegstagebuch“ von Ingeborg Bachmann, bereits 2011 aus dem Nachlass der großen Autorin hervorgeholt, habe ich mir gekauft, als ich vom sehr empfehlenswerten Film „Ingeborg Bachmann – jemand, der ich einmal war“ aus dem Kino ging. Wow, was für ein toller Film! In diesem semi-dokumentarischen Film wird einige Male dieses so berührende Tagebuch zitiert. Aber hallo! Kriegstagebuch? Ein etwas irreführender Titel. Das Buch hat insgesamt nur 113 Seiten, davon stammen nur sage und schreibe 16 Seiten von Ingeborg Bachmann selbst! Sie hat offenbar nur wenige Seiten aus einem (nun leider verschollenen) Tagebuch abgetippt, das sie im Jahr 1945 geschrieben hatte. Da war sie 18 Jahre alt, hatte gerade maturiert und erlebte die letzten Tage des NS-Regimes und die Befreiung durch die britische Armee. Wow! Wieso heißt es nicht „Tagebuch 1945“? Noch nie habe ich einen so scharfen, überraschenden Blick auf diese Zeit erfahren; noch nie davon gehört, was sie an Irrsinn in den allerletzten Kriegstagen erlebt hat (sie musste z.B. als Anleiterin von jungen Schülerinnen, während die Alliierten Bomben auf Klagenfurt abwarfen, in der trockenen Erde Verteidigungsgräben ausheben und ist unter Lebensgefahr desertiert). Noch nie habe ich von so einer nahen, komplexen und intellektuellen Freundschaft zu einem alliierten Soldaten gelesen. Ingeborg Bachmann beschreibt in diesen Tagebuchseiten wie sie den britischen Soldaten namens Jack Hamesch kennenlernt.  Am 14. Juni 1945 notiert sie:

„Ich weiß auch nicht mehr, was wir am Anfang geredet haben, aber dann auf einmal von Büchern, von Thomas Mann und Stefan Zweig und Schnitzler und Hoffmannstahl. Ich war so glücklich, er kennt alles und er hat mir gesagt, er hätte nie gedacht, dass er ein junges Mädchen finden würde in Österreich, das trotz der Nazierziehung das gelesen hat. Und auf einmal war alles ganz anders, und ich habe ihm alles erzählt von den Büchern. Er hat mir erzählt, dass er mit einem Kindertransport nach England gebracht worden ist, ist im Jahr 38 mit anderen jüdischen Kindern, er war eigentlich schon 18 Jahre alt damals“ (S.20)

– Wow. Hier begann ein offener und liebevoller Dialog zwischen Kindern von Tätern und Opfern nur wenige Wochen nach Kriegsende!
„Jack kommt jetzt jeden Tag, und ich habe noch nie im Leben soviel geredet. Er bringt mir jetzt immer Bücher“  (S.21)

Die 18-jährige Ingeborg Bachmann spaziert stolz mit dem zurückgekehrten jüdischen Emigranten durch Klagenfurt und als er später nach Palästina zurückkehrt, schreiben sie sich viele Briefe. Etwa 40 Seiten des schmalen Bandes bestehen aus seinen Briefen an Ingeborg (er ist unglücklich verliebt in sie und wohl traumatisiert als jemand, der seine ganze Familie in der Shoa verloren hat). Die Briefe von Bachmann an ihn sind leider verlorengegangen. Welch ein erhellendes, berührendes Buch! Aber dann, ähnlich wie bei „Demon Copperhead“ kommt noch eine große, großartige Überraschung, im sehr langen Nachwort und im editorischen Bericht. Auch dieses Buch ist nicht depressiv, es ist voller Kraft der Ideen, wortstark, klug, mutig. Eine Hymne an die Befreier Österreichs vor den Nazis, die es lange schon braucht, eine Hymne an Ingeborg Bachmann, die es immer wieder braucht. Also, lest das Buch!

Den 3. überraschenden, genialen, erschütternden Text, den ich in diesem Juli gelesen habe, werde ich euch im nächsten Blog-Mail vorstellen… seid gespannt.  the earth shakes…

Ich wünsche euch schöne Sommertage mit guten Büchern
Judith Copperhead

PS: Schreiben kann die Welt verändern! Du liebst Schreiben, willst wirksam werden,
dich beruflich oder in deinem Schreiben neu orientieren, starke Textstimmen entwickeln und begleiten – dann komm in den 1-jährigen TIP-Lehrgang! Wir sind eine wachsende Community von Schreibenden, die ihr Wissen über den Schreibprozess, ihre bedingungslose Orientierung an Stärken und ihre Liebe zur kreativen Vermittlung von Schreiben als Schreibtrainer*innen in die Welt bringen. NEU im TIP-Lehrgang (Start im Okt. 2026): Workshops zu Mehrsprachigkeit und KI-Detox! Details und Infos zum gesamten Modulprogramm gibt es beim nächsten ZOOM-Infoabend: Mi, 19. August 2026 ab 18 Uhr.

PSS: Juhu, seit heute sind die Termine der Lehrgänge Memoir Book und Schlaue Bücher spannend schreiben online!

 

 

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2. Lehrgänge

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  • Vorschau: NEUER LEHRGANG mit Anna Ladurner und Irmgard Kramer ab 2026/27: lass dich überraschen! Im Schreibjahr 2027 wartet ein neuer Lehrgang auf dich :-)

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

4. Schreibtreffs

  • Salon Margareten – ab September: Jeden 2. Samstag des Monats > Sa, 12. Sep im Gretl in 1050 Wien.(Kostenfrei)
    Salon Specials: Sa, 12. Sep: Memoir Books in Progress – Bücher, die Berge versetzen &
    Sa, 10. Okt: Salon Abend zum Thema Visual Journaling
  • Sunday Morning Write-Ins – ab September: Schreibtreff jeden 3. Sonntag im Monat, nächster Termin: So, 20. Sep

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Sharing & Responding – eine der großartigsten Ressourcen im Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Sharing & Responding – wie bestärkendes Text-Feedback wirkt (Insta / FB / Youtube)

*Die österreichische Formulierung „No-Na“ erklärt:

Quelle: https://es.pinterest.com/smoonr/

** So einen so differenzierte Amerika-Roman wie „Demon Copperhead“ zu lesen,  ist auch gut gegen all die schmerzhaft-einseitigen Klischees über die USA, die durch die täglichen Nachrichten über ihren schmerzhaft-wahnsinnigen Präsidenten zurzeit wieder befeuert werden.)

Bildcover: Harper Collins Publ. USA, Suhrkamp Verlag

 

 

 

 

 

Brief 147: Breaking news: Nach 15 Jahren Pause…

Liebe Schreibende, 

ziehen wir Kreise im Leben oder gibt es einfach Dinge, die eine nie loslassen, so weit weg frau sich auch daon entfernt? Was ist das bei dir? Bei mir ist es die Kunst und, ja, die Wissenschaft. Beides erlebt gerade eine Renaissance bei mir. Durch mein Studium an der Akademie der bildenden Künste bin ich auf superspannende Weise mit Kunst und Wissenschaft im Nahkontakt und genieße das sehr. Wissenschaft? Da war doch was?

Ja, ich habe vor 19 Jahren ein Buch publiziert, das mich in seiner Langlebigkeit total überrascht. „Frei geschriebentaucht nun, wo ich mich wieder viel an Unis bewege – ich habe ab Herbst auch neue Lehraufträge – dort und da und überall auf. Eine junge Studienkollegin hat mich unlängst verwundert gefragt: „Judith, kann es sein, dass du in meinem Proseminar zitiert wurdest?“. „Ja, das kann sein“, sagte ich. Auch einige meiner Lehrveranstaltungsleiter:innen verwenden das Buch und haben es oftmals selbst für ihre diversen Abschlussarbeiten benutzt. Ich rekapituliere mit Stolz: Das Buch weiterlesen →

Brief 146: Nichts Schöneres unter der Sonne…

Liebe Schreibende, 

„alles neu macht der Mai“, summt es mir durch den Kopf. Dabei ist es „nur“ die Wärme und das warm-helle Licht, das mich gerade glücklich macht. So verdammt lang habe ich darauf gewartet. „Nichts Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein“, hat Ingeborg Bachmann geschrieben und viel Zeit in ihrem Leben in Rom verbracht. Wien in ihrer
Zeit, das möchte ich mir gar nicht vorstellen, die Nachkriegsenge und -Grauheit! Wien hat sich seither gemausert, entfaltet, ist aufgeblüht, wieder bunt und multiethnisch geworden. Ich wohne sehr gerne in Wien. Die fünftgrößte Stadt der EU wächst und hat für mich immer Neues zu bieten. Zurzeit die Welt der Kunstunis und Schulen. Ich habe in den letzten Wochen erstmals mit einer Schulklasse Freewriting probiert. Yeah. Ein 14-jähriger Schüler sagte in der Pause danach zu mir strahlend: „Das war echt tough“.
Ich: „Tough? Hart? Schwer?“
Er lachte: „Nein, tough heißt in der Jugendsprache cool.“
Er hat was Neues gelernt und ich erst recht.

Neu im writers´studio:

  • Mein sommerliches Writing Retreat in Wien findet heuer in einem inspirierendem Atelierraum statt, der zwischen dem herrlichen GRÜNEN Prater (3.-7. August, nur mehr wenige Plätze frei) und dem coolen Donaukanal liegt, wo es bei Sonnenuntergang in der Hafenkneipe frisch gegrillte Bioforelle mit Tzatziki gibt. Ich freue mich schon sehr auf das Schreiben mit euch!
  • Auf großen Wunsch hin bieten wir einen Writer‘s-Tricks Workshop in Präsenz an (Do, 16. bis So, 19. Juli), und in zwar in Wiener Neustadt (27 Minuten mit dem Zug von Wien Meidling entfernt). Dieses Summer Special mit Evi Hammani-Freisleben ist für alle, die um einen gemütlichen Tisch sitzend ihr Schreiben in Schwung bringen wollen oder sich auf den Einstieg in unsere Schreibtainer:innen-Ausbildung (ab Okt) vorbereiten.
  • Nicht mehr ganz neu ist: Dass Nancy Weber von der berühmten „Teachers & Writers Cooperative “ in New York in unserer Schreibtainer:innen-Ausbildung einen Halbtag im Modul „Empowerment durch Creative Writing“ hält. Wow. Neue Infoabende für diese 1-jährige Ausbildung sind seit kurzem online: 11. Juni und 19. August 2026.
  • Total neu ist, dass mein Venedig-Retreat im mystisch-nebeligem November ab heuer von Daniela Reiter und Ba Ossege gehalten wird, und zwar wieder im wunderbaren Combo! 5.-8. November! Benvenuti!

Zwischen Lehren, Studieren und Malen bin ich – wie im letzten Mailing erwähnt – nun auf der Suche nach einem Verlag für mein neues Buch: ein Memoir darüber, wie ich in den optimistischen 1990er Jahren in Amerika zum Schreiben kam und was mir dort noch alles geschenkt wurde… und wie mir beim Schreiben darüber eine „vergessene“ Großtante begegnete, die 1922 von einem oberösterreichischen Bauerndorf nach New York emigriert ist. Wenn du Ideen und Kontakte zu Verlagen hast, bzw. selbst in einem solchen arbeitest, melde dich bei mir. Vielen Dank!

Ich wünsche dir viel frühlinghaft-sonnendurchtränkte Energie für deine Vorhaben und neuen Entwicklungen!

Judith

PS: Wer schreibt noch mit bei Autofiktion (mit Anna Ladurner ab 30. Mai), Starke Essays (mit mir ab 1. Juni), KI sinnvoll für Schreiben nutzen (mit Irene Steindl ab 9. Juni)? Workshops per Zoom mit viel persönlichem Austausch, neuem Schreiben und sonnigen Schreibseelen.

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt. 
Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Retreats

2. Lehrgänge

  • Die neuen Lehrgänge sind gerade in Planung!

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

  • Für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book wende dich einfach direkt ans Büro!

4. Schreibtreffs

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Achtung: für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich!

1. Workshops

2. Lehrgänge & Seminar-Reihen

3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts

Coole Kurzvideos zu unseren Seminaren & Lehrgängen

Life Writing (Insta / FB / Youtube)
Literarische Spielräume (Insta / FB / Youtube)
Magic Mindwriting (Insta / FB / Youtube)
Short Story (Insta / FB / Youtube)
Starke Essays, Blog- und Meinungstexte (Insta / FB)
Storytelling meets Wissenschaft (Insta / FB / Youtube)
Writers Retreat in Venedig 2025 (Insta / FB / Youtube)
Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)
Evi Hammani-Freisleben über Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)

Lehrgang Passion Writing (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Memoir Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Lehrgang (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Schreibtrainer:in werden (Insta / FB / Youtube)
Seminarreihe Inky & the Brain (Insta / FB / Youtube)

Sharing & Responding – eine der großartigsten Ressourcen im Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Sharing & Responding – wie bestärkendes Text-Feedback wirkt (Insta / FB / Youtube)

 

 

Brief 145: Good news, we found your item.

Liebe Schreibende, 

Nun melde ich mich zurück nach meiner Februar-Schreibzeit in Portugal, mit good news und einer ziemlich absurden Geschichte, in der mich KI-Texte an die Wand spielen.

Ich hab so toll geschrieben in Portugal, trotz oder wegen des vielen Regens. Spaziergänge am Atlantik, frisch gegrillte Sardinen, coole internationale community. I love it. Die erste good news ist, ich bin fertig mit meinem Buch! Jetzt geht es ab zu Feedbackgeber:innen, Agent:innen, Lektor:innen, Verlagen…

Am vorletzten Tag meiner Zeit in Lissabon bin ich zu einem Strand südlich der Stadt gefahren, an dem ich als Kind mit meinen Eltern gewesen bin. Wunderschöner, endloser Sandstrand, wo sich nun – selbst im Winter – die Surfer der Welt einquartiert haben. Zurück nahm ich ein Uber, da es öffentlich ewig gedauert hätte. Herrliche Fahrt über die Lissaboner „Golden Gate Bridge“ (so schön!) und in die abgelegene Altstadt, wo mein Zimmer war. Frisch-fröhlich steige ich aus, und merke ein paar Minuten zu spät, dass mein Handy weg ist. Im Uber-Auto vergessen. Wie blöd! Naja, denke ich, kein Problem ich kontaktiere Uber über die App. Aber ohne Handy?

Nach etwa einer Stunde habe ich es geschafft Uber über meinen Laptop zu kontaktieren, ohne App, ohne dass sie mir eine Sicherheitsnummer auf mein Handy schicken. Dann kam ein freundliches Mail, sie würden die Fahrerin kontaktieren und sich bei mir melden. Am nächsten Tag war mein Rückflug, also war ich etwas ungeduldig. Keine Nachricht, ich schrieb nochmal, wieder eine freundliche Antwort, fast zu freundlich, in zu perfektem Englisch. Ich schreibe, ich schreie per Mail. (Wenn man bei Uber über eine Nummer anruft, die nicht registriert ist, wird man sofort aus der Leitung geworfen.) To make a long story short: ich flog ohne Handy zurück nach Wien.

Irgendwann kam eine hyperfreundlich-hyperperfekt geschriebene Mail: “Your item was found.“ Sie würden der Fahrerin meine Kontaktdaten geben. Sehr schön, ich wartete tagelang. Dann kam eine Mail: „Hi Judith‍, it looks like you and the driver live in different cities. To help coordinate the return of your lost item, we’ll send your phone number to the driver.”  Hey Leute, seit einer Woche schreib ich euch, dass ich nicht mehr in Portugal bin und meine Vermieterin mir gerne das Handy schicken wird, wenn ihr es zu ihr bringt!
Wieder ein paar Tage und etliche wütende Mails von mir später kommt die Nachricht: „Hi Judith‍, we have good news! We can confirm the driver found your missing item.
However, we are still waiting for the driver to respond to our request.”

Mehr als 2 Wochen nachdem mein Handy im Uber geblieben ist und die Mails immer absurder werden, bezweifle ich, ob je ein realer Mensch von Uber daran beteiligt war. Ich weiß nicht mal, ob die reale Fahrerin je real geantwortet hat, ob sie real mein reales Handy gefunden hat. Was sollen mir diese KI-Nachrichten bringen?
Fakt ist: KI kann bei Texten manches gut (z.B. einen MRT-Befund in Versteh-Deutsch übersetzen oder meine handschriftlichen Notizen digitalisieren), aber es hat null Verstand über reale Abläufe, null Grundwissen über die Feinheiten des Alltags* und null Menschlichkeit! KI kann einfach nicht kommunizieren, nicht mal eine scheinbar so banale Sache, wie einer Kundin ein „lost item“ zurückzugeben.

Die Rückkehr zu von Menschen selbst geschriebenen Texten ist bitter notwendig, sowieso im kreativen und intellektuellen Bereich, aber auch für Firmen!

Hier nun aber noch ein paar kreativ-intelligent-menschliche, also echte good news:

1. Zoom-Infotermine für den nächsten Durchgang unserer phänomenalen Ausbildung zur Schreibtrainer:in (TIP), die im Okt 2026 startet, sind nun online: 8. April und 10. Juni..

2. Die Termine für meinen Workshop Starke Essays, Kommentare und Meinungstexte im Juni wurden endlich fixiert. Förderungen möglich! Schreib mit mir!

3. Ebenso gibt es Förderungen für Bas coolen feministischen Workshop Our Voices – Our Stories: Unsere Stimmen als Frauen entdecken & gemeinsam Geschichten spinnen der wieder am 29. April 26 per Zoom startet. Unsere authentischen Stimmen und Texte in der Welt sind sooo wichtig!

4. Im Sommer halte ich wieder ein Summer Writing Retreat in Wien, diesmal in Idas wunderbaren Atelier am grünen Prater: 3. bis 7. August! Schreib mit! Wien ist wunderbar im Sommer!

5.  Am 16. März beginnt wieder Irenes beliebter Storytelling– Workshop. Wie können Fachtexte durch Geschichten spannender, lesbarer, verständlicher werden? 4 Abende per Zoom,  Förderungen möglich.

JudithMein Handy und Uber habe ich schon aufgegeben; mein Glaube an die Wichtigkeit von authentischem Schreiben und dass alle es lernen dürfen sollen, steigt.

Bom dia!

Judith

PS: Diesen Freitag, 6. März, 17 Uhr ist der letzte Zoom-Infoabend (kostenlos) zu meinem Lehrgang „Schlaue Bücher spannend schreiben“. Bitte anmelden, ich freue mich auf euch.

PPS: Wir freuen uns schon auf den nächsten Salon Margareten am Samstag, 14. März 2026. Schau vorbei beim Untergrund Salon!

* kennt ihr dieses Experiment, in dem jemand die KI fragt, wie man aus einem umgedrehten Glas trinken soll? So witzig, so bezeichnend. (Youtube-Link zum Video)

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.

Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Retreats

2. Lehrgänge

  • Lehrgang Passion Writing – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen, letzter Einstieg: März!
  • Lehrgang Memoir Book – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln, letzter Einstieg: März!

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

  • Für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book wende dich einfach direkt ans Büro!

4. Schreibtreffs

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Achtung: für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich!

1. Workshops

2. Lehrgänge & Seminar-Reihen

3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts

Coole Kurzvideos zu unseren Seminaren & Lehrgängen

Life Writing (Insta / FB / Youtube)
Literarische Spielräume (Insta / FB / Youtube)
Magic Mindwriting (Insta / FB / Youtube)
Short Story (Insta / FB / Youtube)
Starke Essays, Blog- und Meinungstexte (Insta / FB)
Storytelling meets Wissenschaft (Insta / FB / Youtube)
Writers Retreat in Venedig 2025 (Insta / FB / Youtube)
Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)
Evi Hammani-Freisleben über Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)

Lehrgang Passion Writing (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Memoir Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Lehrgang (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Schreibtrainer:in werden (Insta / FB / Youtube)
Seminarreihe Inky & the Brain (Insta / FB / Youtube)

Sharing & Responding – eine der großartigsten Ressourcen im Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Sharing & Responding – wie bestärkendes Text-Feedback wirkt (Insta / FB / Youtube)

Brief 144: In case of doubt go to books! Diesen Sa

Liebe Schreibende, 

ich habe ein T-Shirt, auf dem die Lebenshaltung von der supergescheiten Hermine Granger aus Harry Potter so aufgedruckt ist: „In case of doubt go to the library.“ Nun gäbe es viel zu sagen zur Bibliothek von Hogwarts, wo magische Bücher laut zu einem sprechen oder einen sogar beißen können. Oder Hermines kleine, aber wundersame Perlenhandtasche, in die sie für eine Abenteuerreise eine halbe Bibliothek packt! Bücher sind jedenfalls Schlüssel für das abenteuerliche Leben mit all seinen Wäldern, Wüsten, Bergspitzen und Herausforderungen. Gute Bücher sind solche, die einem helfen ein Stück des Lebens oder einen Aspekt des Lebens besser zu verstehen, neu zu definieren, anders anzupacken.

Was genau macht ein „Sachbuch“/Non-Fiction-Book zum Erfolgsbuch? – das fragen sich viele. Eva Karel, geniale Yogalehrerin und Erfolgsautorin, frühere Trainerin des writers´ studio hat vor vielen Jahren meinen Sachbuchkurs besucht. Nun war sie als Autorin von sagenhaften drei Sachbüchern* bei Claudia Stöckl im Fernsehen und auf der Titelseite von der „Presse“! Wow! Gratuliere, Eva!

Was genau hat diesen Erfolg ermöglicht?
Nicht jedes gute Sachbuch wird zum Verkaufserfolg, das ist klar. Das ist auch nicht immer das Wichtigste. Aber schön und spannend ist es schon. Welche Bücher kommen gut bei Leser:innen an, so dass sie sich langfristig verkaufen?
Der große Erfolg meines Ratgebers „Frei geschrieben“, erstmals erschienen vor bereits 18 Jahren und nun in der 5. Auflage bei UTB ist eines der großen Geschenke meines Lebens. Damit habe ich damals gar nicht gerechnet. Im Gegenteil: Aus der Buchverlagsbranche kommend, war mir klar, wie unwahrscheinlich es ist, dass sich ein Buch in der Vielzahl der jedes Jahr neu erscheinenden Publikationen durchsetzt. Ich wollte für ein paar Dutzend Studierende, die ins writers´ studio kommen, schreiben. Nun, wodurch wurde es ein Longseller?  

Diesen Samstag, 10.1.2026 werden Eva Karel und ich gemeinsam diese Fragen im Salon Margareten in Wien 5 erörtern: :

In case of doubt go to the library – Bücher als echte Ratgeber!
Podiumsgespräch

Wie die Bestseller „Om Oida: Yoga ohne Maskerade“ von Eva Karel und „Frei geschrieben“ von Judith Wolfsberger sich in die Herzen und Hirne ihrer vielen Fans einschlichen – Gespräch mit den Autor:innen der erfolgreichsten „Sachbücher“ aus dem writers´studio.

*Eva Karel ist Autorin von „Om Oida: Yoga ohne Maskerade“, „Om, Oida 2: Yoga Lehren ohne Maskerade“ und „Alles wird gut, Oida“ (2025). Alle drei sind erschienen im Verlag Punktgenau.

Judith Wolfsberger hat folgende Bücher veröffentlicht: „Frei Geschrieben: Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ und „Schafft euch Schreibräume: Weibliches Schreiben auf den Spuren Virginia Woolfs. Ein Memoir“. Beide Erschienen im Verlag Böhlau (Brill).

Moderiert von Daniela Reiter.
Kostenlos und ohne Anmeldung – komm einfach vorbei!
Start: 19 Uhr, Einlass ab 18:45 Uhr
Neue Location: Gretl, Einsiedlerplatz 7, 1050 Wien.

Wenn du selbst gerne ein Knowhow-Buch, einen Ratgeber, schlaues Buch o.ä. schreiben möchtest, komm zum morgigen kostenlosen Zoom-Infoabend zum Sachbuch-Lehrgang!

JudithIch freue mich darauf, euch zu sehen!
Judith

PS: Es ist noch nicht zu spät: mit Short Story ab 11. Februar 2026 kannst du noch in den Lehrgang Passion Writing oder den Lehrgang Memoir Book starten. Fehlt dir noch Writers Tricks? Kein Problem, der Besuch des Februar-Termins ist noch kurz nach Short Story möglich! Melde dich im Büro (administration @ writersstudio.at) und lass dir die Termine schicken! Wir freuen uns auf ein neues, schwungvolles Schreibjahr, das vor uns liegt!

PPS: Die Young Freewriters laden dich wieder zum Schnuppern ein:

PPS: Die Kurse KI sinnvoll für den Schreibprozess im Jänner und Life Writing im März sind ausgebucht, deshalb gibt’s nun kurzfristig zwei weitere Termine: KI sinnvoll für den Schreibprozess nutzen ab 17. Feb (NEU) und Life Writing ab 21. März Nachmittags (NEU)

 

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.
Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Retreats

  • Short Story – Einführung in das literarische Kunsthandwerk. Start: 11. Feb
  • Life Writing – Schreibend erinnern. Start: 21. März
  • Short Story – Einführung in das literarische Kunsthandwerk. Start: 15. Apr
  • Life Writing – Schreibend erinnern. Start: 7. Mai
  • Autofiktion – Literarische Versuche zwichen Erlebtem und Erfundenem. Start: 30. Mai
  • Literarische Spielräume – Perspektive, Sprache & Ton. Start: 2. Juli
  • Life Writing – Schreibend erinnern. Start: 27. Aug
  • Short Story – Einführung in das literarische Kunsthandwerk. Start: 23. Sep
  • Lust und Schmerz – Gefühle von Figuren beschreiben. Start: 26. Sep

2. Lehrgänge

  • Lehrgang Passion Writing – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen, Einstieg noch möglich
  • Lehrgang Memoir Book – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln, Einstieg noch möglich

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

  • Für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book wende dich einfach direkt ans Büro!

4. Schreibtreffs

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Achtung: für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich!

1. Workshops

2. Lehrgänge & Seminar-Reihen

3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts

 

Brief 143: Schreiben ohne Geländer. Aber gemeinsam.

Liebe Schreibende, 

dies ist weniger eine Weihnachstmail als eine Jahresmail, Rückblick, Vorausschau. Bericht und Vision.

“There′s no starting over
No new beginnings, time races on
And you’ve just gotta keep on keeping on.”

Dieses Lied, „My Silver Lining“ von First Aid Kid hörte ich in diesem Jahr immer und immer wieder. Ich hörte es Ende Januar als ich mit einem Leihauto die teilweise sehr steilen schnurgeraden Straßen durch die Mohave Desert und Joshua Tree Desert gefahren bin und dachte, irgendwas muss sich grundlegend ändern. Es gibt zwar keine kompletten Neustarts, wir sind immer schon auf einem Weg unterwegs, ein Weg, der hinter und vor uns liegt, aber es gibt diese neuen Richtungen: Fahr raus aus der Wüste und in einer Weile bist du am Meer. So ist es in Kalifornien. (Ach mein liebes, in diesem Jahr so geschundene Kalifornien – wild fires & ICE.. – ach, wie es mich immer inspiriert hat!)
Für mein Leben hat sich in diesem Jahr ein neuer Weg aufgetan, als ich in Kalifornien war und viel schrieb, wanderte und mit dem Auto durch die weite Landschaft fuhr. Wie in einem Roadmovie. Mit First Aid Kid auf voller Lautstärke. Plötzlich sah ich weiterlesen →

Brief 142: Literarische Stimme entwickeln und bestärken

Liebe Schreibende!

„Mit der Gruppe im fantastischen Palazzo zu sein und Venedigs Kanäle halfen mir dabei, in den Schreibfluss zu kommen, Sorgen wegrinnen zu lassen, Blockaden aufzuweichen“, schrieb mir eine Teilnehmerin am Ende unseres Writing Retreats in Venedig, letztes Wochenende. Nun – zurück in Wien – habe ich noch die wunderbaren Text-Stimmen und Geschichten im Ohr, die wir bei den Vorleserunden jeden Abend im herrlich-bequemen Salon unseres Palazzos hören durften. Das Venedig Retreat ist auch eine Metapher dafür, worum es in unserem wunderbaren Passion Writing Lehrgang (der diese Woche startet!) geht: die eigene literarische Stimme finden! Langsam entwickeln! Das heißt:

  • viel ausprobieren
  • in einer überaus bestärkenden Gruppe mit sanfter-professioneller Anleitung
  • mit vielen spielerischen, inspirierenden Schreibübungen von Ana Znidar* und Anna Ladurner**.

In der letzten Stunde des diesjährigen Venedig-Retreats hörten wir weiterlesen →

Brief 141: Selbstschreibende magische Feder!

Liebe Schreibende, 

mein liebstes magisches Gerät aus der Harry Potter-Welt war immer der Zauberstab von Miss Weasley, mit dem sie im Nu das Haus aufräumen, den Tisch decken und ein Essen für viele servieren kann. Lustig fand ich die Flotte-Schreib-Feder der Journalistin Rita Kimmkorn. Eine Feder, die von selbst Artikel schreibt, Aussagen von Menschen im Raum registriert und verarbeitet. Die Artikel von Rita Kimmkorn erscheinen im Tagespropheten, einer ziemlich bösartige Boulevard-Zeitung, die Harry Potter exponiert. Die Flotte-Schreib-Feder (im englischen Original „Quick-Quotes Quill“) erfindet gehörig viel dazu, verdreht Tatsachen etc. Damals, als ich meinem Sohn Harry Potter vorlas, sah ich Rita Kimmkorn als Karikatur für Boulevard-Journalismus. Heute denke ich, die Flotte Feder ist eine Vorwegnahme von KI. Nun gibt es also das selbstschreibende magische Tool für alle, das auch ganz schön viel Blödsinn erfindet.

Offenbar gibt es eine große Sehnsucht danach, dass einem das Schreiben abgenommen wird. Schreiben wird immer noch von so vielen Menschen als mühsam wahrgenommen, den Schüler:innen, den Studierenden, Menschen im Beruf. Mühsam, schwierig, anstrengend. Nach über 20 Jahren Workshops zu freiem Schreiben, Writers Tricks, Journal Writing etc. gehe ich manchmal fälschlicherweise davon aus, dass es nun eh schon alle wissen, wie leicht es ist, zu schreiben! Denn unser Writers´Tricks-Workshop und das Buch „Frei geschrieben“ haben so viele Menschen zum Schreiben gebracht. Schreiben wird dann zu einer Ausdrucksform, einer Sprache, einer Lebensform. Es ermöglicht zu denken, zu fühlen und eigene Positionen zu kommunizieren.

Heutzutage, in Zeiten von KI braucht es beides, noch mehr authentische Schreibkompetenz (jetzt erst recht!) und andererseits Wissen über KI – was sie kann und was nicht. Deshalb freuen wir uns, dass unser Workshop Writers´ Tricks, nach über 20 Jahren immer noch läuft. Zusätzlich bieten wir nun sehr kluge und differenzierte Workshops zu Schreiben & KI an: welche „magischen“ Tools erleichtern eigene Schreibprojekte und welche stören sie?

Achtung: In den nächsten Wochen beginnen mehrere Writers Tricks-Workshops (am 18. Nov und 29. Nov) Diese sind auch der letzte Einstieg in unsere Lehrgänge „Memoir Book“ und „Passion Writing“ und Basis unserer Zoom-Workshop-Serie für Denker:innen, Expert:innen, Aktivist:innen & Wissenschafter:innen Inky & the Brain: Ideenfindung & Schreibkompetenz für schlaue Köpfe“. Komm zum kostenlosen Zoom-Infoabend diesen Donnerstag, 13. November um 18 Uhr!

Die Flotte-Schreib-Feder, die von selbst schreibt, ist aber nicht nur ein fiktives Zaubergerät und ein weit verbreitetes Wunschbild, sie ist auch eine Versinnbildlichung für Flow. Kennt ihr das, wenn es sich „wie von selbst schreibt“, wenn es fließt, Ideen und Worte hervorpurzeln, aufs Papier oder in den Computer hinein und ihr erstaunt seid, was da alles entsteht?
So ist Schreibfluss. Jeder und jede kann das lernen.

Eure Flotte Feder
Judith

PS: Am ersten Wochenende des neuen Jahres halte ich wieder Magic Mindwriting (diesmal per Zoom). Wir tauchen nebeneinander in den Flow und fischen schreibend Ideen und Strategien für das frische Jahr hervor!

PPS: Aufgrund der großen Nachfrage findet das Seminar Künstliche Intelligenz sinnvoll für den Schreibprozess nutzen im neuen Jahr gleich zweimal statt! (ab 8. Jan und ab 17. Feb).

Foto der LEGO® Minifigur Rita Kimmkorn: Brickflip.at

 

Zur Zeit finden unsere Workshops und Lehrgänge vorwiegend per Zoom statt.

Aktuell im writers’studio Verein

1. Workshops & Präenz-Retreat: Restplätze

2. Lehrgänge

  • Lehrgang Passion Writing – in Kunst, Handwerk & Community des literarischen & autofiktionalen Schreibens eintauchen, Start: Jan (nach Writers Tricks)
  • Lehrgang Memoir Book – Aus ausgewählten Erfahrungen & Erkenntnissen ein literarisch spannendes Buchprojekt entwickeln, Start: Jan (nach Writers Tricks)

3. Kostenlose Zoom-Infotermine

  • Für Beratung zum Lehrgang Passion Writing oder Memoir Book II wende dich einfach direkt ans Büro!

4. Schreibtreffs

Aktuell im Institut für Schreibkompetenz
Für diese Angebote sind Weiterbildungsförderungen möglich:

1. Workshops

2. Lehrgänge

3. Kostenlose Zoom-Infotermine des Instituts

Coole Kurzvideos zu unseren Seminaren & Lehrgängen

Life Writing (Insta / FB / Youtube)
Literarische Spielräume (Insta / FB / Youtube)
Magic Mindwriting (Insta / FB / Youtube)
Short Story (Insta / FB / Youtube)
Starke Essays, Blog- und Meinungstexte (Insta / FB)
Storytelling meets Wissenschaft (Insta / FB / Youtube)
Writers Retreat in Venedig 2025 (Insta / FB / Youtube)
Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)
Evi Hammani-Freisleben über Writers‘ Tricks (Insta / FB / Youtube)

Lehrgang Passion Writing (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Memoir Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Memoir Book: über den Lehrgang (Insta / FB / Youtube)
Lehrgang Schreibtrainer:in werden (Insta / FB / Youtube)
Seminarreihe Inky & the Brain (Insta / FB / Youtube)

Sharing & Responding – eine der großartigsten Ressourcen im Schreibprozess (Insta / FB / Youtube)
Sharing & Responding – wie bestärkendes Text-Feedback wirkt (Insta / FB / Youtube)